Black Diamond Momentum SA

Produkttest: Klettergurt Black Diamond Momentum SA

Black DiamondAls ich vor etwa zwei Jahren in einem Hause eines großen Outdoor-Ausstatters im Hängestand baumelnd Klettergurte probierte, war ich mir nach diversem Probieren und knappen zwei Stunden hängen in zig verschiedenen Gurten sicher, dass ich den für mich ultimativ bequemen Gurt gefunden habe.

Die Wahl fiel seiner Zeit auf einen MammutTogir Light. Er hat auf vielen, auch langen Touren gute Dienste geleistet, aber beim Schrauben neuer Routen in unserer DAV Kletterhalle, nach viele Stunden und Tage in diesem Gurt ließ er dann doch den oben zitierten ultimativen Komfort vermissen. Nagut, er ist eben „light“ und das bezahlt man mit entsprechender, sparsamen Polsterung.

Als ich nun die Gelegenheit bekam den Black Diamond „Momentum SA zu testen, war das erste  „Hängen“ ein echtes Aha-Erlebnis. Ich war fast erschrocken! Den Unterschied kann man am besten damit vergleichen, als wenn man auf einem Hocker sitzt oder in einem Ohrensessel. Auf einmal hatte ich das Gefühl einer „Rückenlehne“ an meinem Klettergurt. Ich war baff – und das bei dem geringen Mehrgewicht von ca. 50 Gramm (Mammut 350g / Black Diamond 400g).

Soviel zur blumigen Einleitung, dass der „Momentum“ echt bequem ist.  Mir ist bisher noch nie so ein großer Komfortunterschied aufgefallen, wie mit diesem Gurt und ich habe schon so einige Gurte tragen dürfen.

Black Diamond Momentum SA

Ansonsten ist der „Momentum“ ein recht normaler, solider Gurt. Die verstellbaren Beinschlaufen kann man brauchen oder mögen – man kann es auch lassen. Am Hüftgurt gib es nur eine Schnalle, was zwar bei vielen Gurten inzwischen Standard ist, aber auch leicht mal zum schiefen Sitzen führen kann.  Alle Schnallen sind sogenannte „Speed Adjust“ Schnallen, was auch das SA im Namen erklärt und bedeutet in der Praxis, dass man die Schnallen nicht klassisch „zurückschlaufen“ muss.

An den Seiten hat Black Diamond dem Gurt je zwei steife Materialschlaufen spendiert, von denen die hinteren eher seitlich, als hinten sind, was für mich anfangs eine kleine Umstellung war. Ich mag eigentlich auch gerne etwas „nach hinten“ hängen können. Hinten in der Mitte gibt’s dafür eine mit max. 15kN belastbare „Nachziehschlaufe„. Endlich kann man den Chalkbag mal so richtig vollmachen oder alternativ einen Kleinwagen oder Haulbag hinter sich herziehen – oder einfach ein zweites Seil. 🙂

Black Diamond Momentum SA

Auf weitere, besondere „Features“ verzichtet Black Diamond bei diesem Gurt. Lediglich die besondere Form des Hüftgurtes sei erwähnt. Der Hersteller nennt das „Bullhorn-Form“ und sorgt zusammen mit der guten Polsterung für den angenehmen Sitz. Rund um die Einbindeschlaufe finden sich keine Innovationen, wie bei anderen Herstellern. So gibt es z.B. weder einen besonderen Abriebschutz für die untere Verbindung zwischen Beinschlaufen und Einbindeschlaufe, noch besitzt der Kern der Einbindeschlaufe eine Signalfarbe, um gefährlichen Verschleiß anzuzeigen, mit denen andere Hersteller zum Kauf locken. Naja, aber vermissen tuen wir diese Dinge ja nun auch nicht wirklich, oder?

Hauptsache der Gurt hält und ist bequem. Das sind zumindest meine Hauptkriterien und diese erfüllt er beide mit Bravur! Dazu kommt, dass er im Vergleich zu Gurten von anderen Markenherstellern doch recht günstig zu haben ist. Insgesamt ein wirklich prima Gurt, der besonders durch seinen Tragekomfort sich von anderen Produkten abhebt. Auch wenn ich gern an die Geschichten zurückdenke, die ich in den letzten Jahren  mit meinem blauen Mammut Gurt erleben durfte, so hat er seit kurzem den Platz des „Gästegurtes“ einnehmen müssen. Der Gurt hält und ist bequem. Das sind zumindest meine Hauptkriterien und diese erfüllt er beide mit Bravur! Dazu kommt, dass er im Vergleich zu Gurten von anderen Markenherstellern doch recht günstig zu haben ist.

In diesem Sinne:  Gurt zu und Seil aus!

Ach, einen hab‘ ich noch 🙂 :

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