Produkttest: Berghaus „Mount Asgard Smock“ Jacke

Im Rahmen der immerwieder stattfindenen Produkttests auf klettern20.de gib’s heute erstmals einen Bekleidungstest, denn Kletterschuhe zähle ich mal zur „technischen Ausrüstung“. Konkret gesagt schauen wir der „Mount Asgard Smock“ von Berghaus mal genauer unsers Futter.

Schon das Paket wirkte verdächtig leicht. War da überhaupt etwas drin?
Ohja, es war etwas drin!

Vermutlich leichter als ihre postalische Verpackung bringt die Jacke „Mount Asgard Smock“ von Berghaus kaum 290 Gramm auf die Waage. Entwickelt von Berghaus zusammen mit Leo Houlding in der Vorbereitung zu seiner Mount Asgard Besteigung.

Die für die 3te-Bekleidungsschicht konzipierte Hardshell-Jacke gibt es in zwei Ausführungen, als normale Jacke mit durchgehendem Reißverschluss und als „Hoody“ (Wir haben früher dazu „Jumper“ oder Kaputzenjacke gesagt.), also zum Reinkriechen und mit Reißverschluss bis etwas zur Hälfte.  Letztere liegt mir zum Testen vor.

Die Jacke besteht aus der bekannten, drei-lagigem GORE-TEX® PRO SHELL mit „GORE™ Micro Grid Backer Technology“. Ist klar, oder? Soweit ich das als Leihe der Bekleidungstechnik verstanden habe, heißt das eigentlich: Unkaputtbar, wasserdicht, trotzdem atmungsaktiv bei geringen Gewicht und hohem Tragekomfort.

Das mit dem Gewicht kann ich nur unterstreichen. Der Hersteller behauptet sogar damit die leichteste GORE-TEX® PRO SHELL Jacke gebaut zu haben (289 Gramm). Auch im Vergleich zu meiner alten „Hardshell“, die ich schon ein paar Jahre mein Eigen nenne, merkt man den Gewichtsunterschied und die Weiterentwicklung des Materials deutlich.

Der Reißverschluss macht einen soliden Eindruck und läßt sich trotz der wasserdichten Gummierung recht leicht bedienen und schließt hoch ab. Die natürlich helmtaugliche Kaputze hat eine ganz pfiffige Einstellmechanik, die sich einfach auch mit einer Hand bedienen läßt. Interessantes Detail ist der kleine, extra versteifte Schirm an der Kaputze, dem ich seinen Job besser zutraue, als das „Schlapperding“ an meiner aktuellen Jacke.

Der Tragekomfort eines „Hoody“ kann ja durchaus mal begrenzt sein. Anders aber hier bei der „Mount Asgard Smock“. In meiner Größe paßt sie perfekt wie eine zweite Haut über eine mitteldicke, zweite Bekleidungsschicht. Trotz des engen Schnitts bietet sie gerade im Armbereich genügend Bewegungsfreiheit, was ich persönlich beim Klettern immer super wichtig finde. Nichts ist schlimmer, als wenn man die Arme hochnimmt und die Kälte pfeift gleich unten rein. Da ist der Schnitt dieser Jacke echt sehr gelungen, gerade auch und weil die Ärmel etwas länger sind.

Klick mich!

Weitere, kleine Details, wie der Wasserablauf am Gummischutz des Reißverschusses oder die Tatsache, dass keine Gummibänder oder Laschen unten aus der Jacke heraushängen, in die man ausversehen Material einhängen könnte, zeigen, dass in die Entwicklung dieser Jacke eine ganze Menge Know-how und Erfahrung aus der Praxis eingeflossen ist.

Bei unserem Praxistest im Winter in den tiroler Bergen konnte die Jacke auch überzeugen. Tendenziell muß man etwas aufpassen, dass man bei körperlicher Bewegung unter der Jacke nicht zu warm angezogen ist, denn die Isolierung gegen Wind ist schon top. Insgesamt also wirklich ein super Ding.

Gib’s auch Kritik? Für meine Anwendungszwecke würde ich bei so einer Art von Jacke eher die Ausführung mit dem durchgehenden Reißverschluss vorziehen. Ich kann mich mit dem „Überkopfanziehen“, gerade am Stand oder einhändig, nicht wirklich anfreunden, aber das hängt primär von dem Einsatzort und -zweck ab. Achja, und die Farbe muß man mögen oder akzeptieren. Sie ist halt SEHR blau. 🙂


Bildmaterial: © Berghaus Limited 2010

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