DMM Wallnut Klemmkeile – Produkttest

Da uns am vergangenen Wochenende der Osterhase sonnige Klettertage gebracht hat, habe ich die Chance gleich genutzt, um ein neues Set Klemmkeile von DMM auszuprobieren und zu testen.

Meine alten „Rocks“ von Wild Country haben schon viele Jahre Fels gesehen und der Zahn der Zeit hat schon sehr an ihnen genagt. Hier im Produkttest sind sie mein persönlicher Benchmark, um vor allem mal zu sehen, ob ein Umstieg auf neue Keile lohnt.

Das Set Klemmkeile, welches ich für diesen Test verwende, besteht aus den „großen“ Größen von 7 bis 11 und somit aus 5 Keilen. Als allererstes viel mir auf, dass sich die verschiedenen Größen der Keile an der Farbe der eloxierten Aluminiumkörper unterscheiden. Ob und wie lange die Farbe wohl halten mag, bleibt abzuwarten. Die Plastikummantelung der Drahtverbindung hingegen ist neutral schwarz und nur mit der Größennummer versehen. Da gilt es sich erstmal die neuen Farben einzuprägen, aber daran soll es ja nicht scheitern. Zusätzlich zu der Größenangabe ist die Bruchlast bei diesem Set für alle Größen identisch mit 12 kN angegeben. Bei meinen alten Keile von Wild Country fehlt diese Angabe – vielleicht auch besser so… Die modernen Wild Countries in den Größen sind aber auch für 12kN zertifiziert.

Die Verarbeitung der Wallnuts ist top – soweit man es äußerlich beurteilen kann. Die Drahtkabel sind etwas strammer und fester als bei meinen Wild Countries. Ob das am Altersunterschied liegt, weiß ich nicht, aber ich nehme es an.

Was neben der Farbe als zweites gleich positiv auffällt ist das Gewicht. Gleich als ich das Bündel Keile in der Hand hielt, dachte ich mir „Wow, sind die Dinger inzwischen leicht geworden!“. Auch der objektive Vergleich auf der Küchenwaage bestätigte mein Gefühl. Schon der große 10er Keil ist mit 55g im Vergleich zum alten Wild Country mit 70g ganze 15g leichter bei gleicher, effektiver Größe. Bei einem kompletten Rack Keile läppert sich das schon zusammen. Auch die modernen Wild Countries sind durchgehend etwas schwerer als die Klemmkeile von DMM, haben aber auch eine etwas länglichere Form und somit mehr Materialbedarf.

Der dritte, offensichtliche Unterschied zu meinen alten Rocks ist die Form der Keile. Die Fotos zeigen den 10er Keil beider Hersteller (und Alter) im Vergleich. Während die Klemmkeile von Wild Country, auch in der modernen Version, auf die klassische Keilform setzen, hat DMM den Keilen auf den beiden geschlossenen Seiten zwei längliche Mulden und am Ende der konvexen Seite eine kleine Nase spendiert.

Der praktische Test verlief problemlos, wenn auch recht eingeschränkt, da im Ith eher die kleinen Größen gefragt sind – zumindest in den Routen am letzten Wochenende. Aber was bisher von den DMMs zu berichten war, ist nur positiv. Neben dem angenehmen Gewicht war das Legen der Keile, auch unterstützt durch den etwas steiferen Draht, problemlos. Es machte den Eindruck, dass die leichten Mulden gerade bei den etwas unebenen und welligen Rissen im Ith-Kalk den Sitz des Keils positiv unterstützt. Wie sich das dann im norwegischen Granit verhält, werde ich zusammen mit einem Test der kleinen Größen, nachreichen, denn ich habe beschlossen auch noch einen Satz kleiner DMMs zu erwerben – auch wenn ich neue Farben lernen muss! Ach, Fotos gibts nicht vom Fels, weil ich keine „Fake-Placements“ fotografieren wollte und bei den „echten“ Keilstellen schaute immer nur ein Draht aus einem Riss, also wenig aussagekräftige Fotos.

Mein Fazit: Auch wenn ich nur ungern meine liebgewonnenen Rocks von Wild Country in Rente schicken möchte – es macht einfach Sinn. Die DMMs sind leichter, haben eine altersbedingt höhere Bruchlast und sind bisher beim Platzieren durch ihre besondere Form nur positiv in Erscheinung getreten. Wie das Handling langfristig sein wird, kann eben auch nur langfristig gesagt werden. Welch bestechende Logik. 🙂

Keile aus!


Weitere Informaitionen und Links:

3 Gedanken zu „DMM Wallnut Klemmkeile – Produkttest&8220;

  1. Hey,

    und wie waren die Erfahrungen im norwegischen Granit? Wo warst du? Lofoten? Liebäugel auch mit den Dingern 😉

    Lg Fabian

  2. Ja, wir sind nur Granit in Norwegen geklettert und die Keile haben ihren Job gut gemacht. So langsam hab‘ ich mich auch an die anderen Farben gewöhnt… 😉 Und ja, Lofoten sind der Hammer!

  3. Bin eigentlich die letzten Jahre immer im Norden unterwegs, da uns die Alpen „zu voll“ sind.

    Oft waren wir in Südnorwegen (Setesdal), aber auch zwei Mal auf den Lofoten. Lofoten sind natürlich schon etwas ganz besonderes – nicht nur die Kletterei. Landschaftlich sind sie einfach auch der Hammer. Für’s klettern sollte man wissen, das da kaum „Metall steckt“, d.h. durchweg klassisches Sichern ist gefragt inkl. Stände.

    Im Setesdal gib’s ne gute Mischung zwischen klassischen Wegen und gebohrtem. Dafür ist die Kletterei nicht ganz so abwechslungsreich wie auf den Lofoten.

    Von unserem 2010er Urlaub hab ich auf meinem Blog ein Reisebericht geschrieben (http://klettern20.de/2010/09/10/sommermaerchen-auf-norwegisch/), der zeigt einen recht guten Einblick ins Setesdal.

    Grüße,
    Finn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.