Gastfreundschaft in Granit und Kalk

Bekanntlich hat Hamburg nicht soviele Berge oder Felsen. Beschwerden um die mangelnden Falten im Norden kommen wohl mindestens 150 Millionen Jahre zu spät. Auch die gammlige Ausbeute der Eiszeit in Form von unserem „Alten Schweden“ an der Elbe ist mehr als armselig.

So stehen Wochenende um Wochenende doch einige, leidenschaftsverwirrte Fischköppe vor der Frage: Wohin zum Klettern und wer kommt mit? Leichter klären sich die Fragen, wenn man liebe Freunde mitten im norddeutschen Falten- und Riffmekka hat. So genoss ich dieses Wochenende äußerst gastfreundliches und verwöhnendes „Kletterasyl“ in Hildesheim.

Nach einem herrlich ausgiebigen und vorallem sonnigen (vgl. vorherigen Blogeintrag…) Frühstück durfte ich eine eindrucksvolle Führung im Harzer Okertal genießen. Wir begannen am „Schlafenden Löwen“, der uns mit warmen, rauen Granit freundlich begrüßte, besonders, da ich mich im Nachstiegsplüschsessel in der Sonne aalen durfte. Ich meine zu erinnern, dass wir mit der SO-Kante begannen. Danach folgte die schöne Hühnerstallkante, sowie die beiden klassischen Sahnestückchen Molybdänverschneidung und die Plastikrippe. Alles im besten, Harzer Granit. Danach tauschte ich mit Peter den Plüschsessel und wir hingen die Zapfenwand in zwei Varianten dran.

Adlerklippe
Peter beim Abseilen über dem Adlerauge

Weiter ging es am Bach entlang nach oben zur Adlerklippe. Peter legte mir das Adlerauge ans Herz, welches alsbald angegangen wurde. Die vorher angedrohte Schlüsselstelle, ein kurzer Quergang nach rechts, entpuppe sich griffiger, als angenommen. Weniger griffig gestaltete sich hingegen der letzte, wulstige Aufschwung. „Das ist aber alles scheisse glatt da oben!!?“, meldete Fischkopf an die Bodenmannschaft. „Das ist da eigentlich schön griffig und gut gängig, soweit ich erinnere!“ war die Antwort. Alles Gerüchte! Besonders wenn man zu weit rechts steht. Links war es dann zwar immernoch nicht so ganz griffig, aber es ging! Ein wirklich schöner Weg!

Zum Abschluß gab es noch an der Rastplatzwand die Schneckenspur. Unten ohne den rechten Riss von „Via roccia“ und oben dann über die grüne Reibungsplatte sorgte die Bewertung mit glatt 5 doch etwas für Stirnrunzeln. Über 6-/6 hätt sich wohl keiner gewundert. Aber trotzdem eine lohnende Kletterei, gerade im unteren Teil.

Am Sonntag wurde der kurze Kalk am Zirkus gewählt. Alles schön steil da, dafür aber mit einem grandiosen Frühstück im Bauch als Gegengewicht und Erinnerung, was Genuß bedeutet. So kletterten wir fast ganz ungestört im kühlen Halbschatten heiße Wege. Begonnen mit der Verschneidung, die für 4+ ganz schön steil daher kommt. Gefolgt von Flacky und der Bohrprobe, von der lieben Jeannette. Auch da muss man gut festhalten im unteren Teil.

Danach sollte es dann etwas herber werden und wir bauten uns vor der Rückkehr der Turnschuhritter auf. Der erste, brauchbare Tritt auf Brusthöhe und oben mäßige Griffe und Leisten. Nach einigen, kläglichen Versuchen war, dank eines Tritts ziemlich weit rechts, dann doch tatsächlich der erste Haken geklinkt und damit auch schon die Bewährung der Route geschafft. Oben dann entspannter. Vom gleichen Kaliber ist dann auch TamTam. Der Einstieg war aber sogar noch etwas kniffliger. Trotzdem eigentlich sehr schön, da es oben nicht auf einmal verhältnismäßig viel leicher wurde.

Den Abschluß bildete eine leichtere Route, die Rippe. Dieser sehr entspannte Ausklang wurde später perfekt durch Kulturelles, Kühles und Leckeres in Hildesheim ergänzt.

Ein super schönes, genußreiches Wochenende mit viel Sonne! Danke!

Seil aus!

3 Gedanken zu „Gastfreundschaft in Granit und Kalk&8220;

  1. Am Schlafenden Löwen war's die SO-Kante, die im Zirkus Entfallene war "Flaky" (bz. "Flacky") und schließlich die "Rippe" (nicht bei climbing.de in der DB).
    Dir auch noch mal Danke für das schöne Wochenende!

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