Black DiamondAls ich vor etwa zwei Jahren in einem Hause eines großen Outdoor-Ausstatters im Hängestand baumelnd Klettergurte probierte, war ich mir nach diversem Probieren und knappen zwei Stunden hängen in zig verschiedenen Gurten sicher, dass ich den für mich ultimativ bequemen Gurt gefunden habe.

Die Wahl fiel seiner Zeit auf einen MammutTogir Light. Er hat auf vielen, auch langen Touren gute Dienste geleistet, aber beim Schrauben neuer Routen in unserer DAV Kletterhalle, nach viele Stunden und Tage in diesem Gurt ließ er dann doch den oben zitierten ultimativen Komfort vermissen. Nagut, er ist eben “light” und das bezahlt man mit entsprechender, sparsamen Polsterung.

Als ich nun die Gelegenheit bekam den Black Diamond ”Momentum SA zu testen, war das erste  ”Hängen” ein echtes Aha-Erlebnis. Ich war fast erschrocken! Den Unterschied kann man am besten damit vergleichen, als wenn man auf einem Hocker sitzt oder in einem Ohrensessel. Auf einmal hatte ich das Gefühl einer “Rückenlehne” an meinem Klettergurt. Ich war baff – und das bei dem geringen Mehrgewicht von ca. 50 Gramm (Mammut 350g / Black Diamond 400g).

Soviel zur blumigen Einleitung, dass der “Momentum” echt bequem ist.  Mir ist bisher noch nie so ein großer Komfortunterschied aufgefallen, wie mit diesem Gurt und ich habe schon so einige Gurte tragen dürfen.

Black Diamond Momentum SA

Ansonsten ist der “Momentum” ein recht normaler, solider Gurt. Die verstellbaren Beinschlaufen kann man brauchen oder mögen – man kann es auch lassen. Am Hüftgurt gib es nur eine Schnalle, was zwar bei vielen Gurten inzwischen Standard ist, aber auch leicht mal zum schiefen Sitzen führen kann.  Alle Schnallen sind sogenannte “Speed Adjust” Schnallen, was auch das SA im Namen erklärt und bedeutet in der Praxis, dass man die Schnallen nicht klassisch “zurückschlaufen” muss.

An den Seiten hat Black Diamond dem Gurt je zwei steife Materialschlaufen spendiert, von denen die hinteren eher seitlich, als hinten sind, was für mich anfangs eine kleine Umstellung war. Ich mag eigentlich auch gerne etwas “nach hinten” hängen können. Hinten in der Mitte gibt’s dafür eine mit max. 15kN belastbare “Nachziehschlaufe“. Endlich kann man den Chalkbag mal so richtig vollmachen oder alternativ einen Kleinwagen oder Haulbag hinter sich herziehen – oder einfach ein zweites Seil. :)

Black Diamond Momentum SA

Auf weitere, besondere “Features” verzichtet Black Diamond bei diesem Gurt. Lediglich die besondere Form des Hüftgurtes sei erwähnt. Der Hersteller nennt das “Bullhorn-Form” und sorgt zusammen mit der guten Polsterung für den angenehmen Sitz. Rund um die Einbindeschlaufe finden sich keine Innovationen, wie bei anderen Herstellern. So gibt es z.B. weder einen besonderen Abriebschutz für die untere Verbindung zwischen Beinschlaufen und Einbindeschlaufe, noch besitzt der Kern der Einbindeschlaufe eine Signalfarbe, um gefährlichen Verschleiß anzuzeigen, mit denen andere Hersteller zum Kauf locken. Naja, aber vermissen tuen wir diese Dinge ja nun auch nicht wirklich, oder?

Hauptsache der Gurt hält und ist bequem. Das sind zumindest meine Hauptkriterien und diese erfüllt er beide mit Bravur! Dazu kommt, dass er im Vergleich zu Gurten von anderen Markenherstellern doch recht günstig zu haben ist. Insgesamt ein wirklich prima Gurt, der besonders durch seinen Tragekomfort sich von anderen Produkten abhebt. Auch wenn ich gern an die Geschichten zurückdenke, die ich in den letzten Jahren  mit meinem blauen Mammut Gurt erleben durfte, so hat er seit kurzem den Platz des “Gästegurtes” einnehmen müssen. Der Gurt hält und ist bequem. Das sind zumindest meine Hauptkriterien und diese erfüllt er beide mit Bravur! Dazu kommt, dass er im Vergleich zu Gurten von anderen Markenherstellern doch recht günstig zu haben ist.

In diesem Sinne:  Gurt zu und Seil aus!

Ach, einen hab’ ich noch :-) :

3.12.2011

Liebes Tagebuch…

UPDATE 15/12/2011:

Seit dem 4.11. etwa 15 Klettertage mit ca. 40 Versuchen in der Route. Durchstieg endlich am 15.12. und gleich nochmal am 16.12. :)

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Hallenklettern ist ja schon im Kern der Sache irgendwie nicht so “meins”, aber darüber hab ich an dieser Stelle schon genug gelästert. Gegipfelt ist meine Liebe zu vollen, engen , stinkenden und plastikgeschmückten Hallen im Winter 2010/11.

Ergebnis war, dass Anfang des Jahres meine Motivation mich in unserer permanent überfüllten DAV Kletterhalle zu bespaßen, auf den ewigen Nullpunkt gesunken war. Das führte dann im Endergebnis zu insgesamt fast 6 Monaten doch sehr, sehr “sporadischem” Kletterns. Vermutlich war der tägliche Sprint ins 5ten Stockwerk bei uns zu Hause die größte, regelmäßige, sportliche Betätigung. Im letzten Sommer haben wir kleinere Brötchen backen müssen und uns an diesen dick und rund gefuttert. Irgendwie lecker, aber kletterkulinarisch ähnlich befriedigend, wie überfüllte Hallen.

Zum Glück hat unsere DAV Sektion schon länger das Problem der menschenrechtsverletzenden Haltung und Züchtung von Kletterern in unserer Halle erkannt und ist diesem mit dem Bau einer weiteren Halle begegnet. Inzwischen haben wir seit Oktober eine wirklich tolle, große, noch höhere Halle und die Masse an Kletterjüngern verteilt sich artig. Meistens zumindest…

Das hat die persönliche und erfreuliche Folge, dass meine Motivation mich auf ein Hallenwintertraining einzulassen, stark gestiegen ist. Unterstützt durch Mathias “Der Schleifer” W., der mich hartnäckig antreibend, nicht lockerlassend immer wieder in viel zu schwere und – noch schlimmer – in viel zu steile und anstrengende Routen peitscht. Ich erwähnte mehr als ein Mal, dass mir zunehmend waagerechte Kletterei nicht so ganz entgegen kommt. Doch der strenge “Trainer” mahnt an den Schwächen zu arbeiten… Jaja, ich weiß. Aua!

Der aktuelle Zwischenstand, dessen Inhalt es hier zu dokumentieren gilt, ist eigentlich ganz befriedigend:

Der 8. Grad reicht mir zunehmend wieder die Hand, lediglich die Ausdauer scheint irgendwo zwischen Nordkapp und Hamburg auf der Strecke geblieben zu sein, aber ich arbeite dran.

Zur Beweisführung der Lage, anbei ein Versuch in meinem Projekt. Angeblich 8-, aber multipliziert mit meinem persönlichen Faktor für steiles Gelände und mangelnden Talents,  komme ich auf den gefühlten, unteren 14. Grad –  oder so ähnlich.

Soweit dazu.

Getreu meinem neuesten Motto: Wer schwer klettern will muss schwer klettern.

Seil aus!

Der Sommer ist vorbei. Das Gummi unserer Schuhe ist dünn geklettert. So mancher, nackter Zeh ragt durch das Vibram und friert in der kühlen Herbstluft. Es wird höchste Zeit mal wieder einen Blick auf neues Schuhwerk zu werfen und für die kühle Jahreszeit aufzurüsten. Nein, nein! Keine Moon-Boots. Es geht natürlich schon noch um Kletterschuhe.

Ich bin ja bekennend anti-loyal, was Kletterschuhe und die dazugehörigen Marken angeht. Wenige Parameter in der Formel für gutes Klettern hängen bei mir persönlich anscheinend an den Schuhen. Natürlich würde ich auch nicht sagen, dass ich “mit jedem kann”, aber weit davon entfernt bin ich eigentlich nicht.

Klar braucht jeder Schuh ein paar Dinge, damit ich “mit ihm kann”:

Ich mag enge Schuhe. Sie dürfen, zumindest für das Sportklettern, auch so eng sein, dass der Fuß mit verschiedenen, nicht immer angenehmen, körpereigenen Reizen reagiert – ihr kennt das sicher. Obacht: Eng ja, drücken nein. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen!

Ich mag steife Sohlen. Fluffige Gummistiefel mit der Festigkeit einer Taucherflosse kommt meiner Fußtechnik beim Stehen auf kleinen Leisten oder in Löchern nicht entgegen – vermutlich fehlt mir aber nur die nötige Fussspannung.

Ich mag spitze Schuhe. Entgegen meiner anatomischen Fußform (quadratisch), mag’ ich gerne Schuhe, die vorne den “großen Onkel” soweit vorquetschen, dass man prima in Einfinger-Löchern “toe-hooken” kann – naja, oder so ähnlich. Also schön spitz vorne ist gefragt.

Ich mag Schuhe mit passformtoller Ferse. Da mir neulich mal jemand gesagt hat, dass man auch mit der Hacke oder Ferse klettern kann, hab’ ich das auch gleich mal probiert. Sah’ lustig aus. Da gib’s doch echt Schuhe, mit denen das geht und andere, die ist man mit dieser Art von Technik sofort los. Flupp!!

Mit diesen, ganz persönlichen Kriterien im Hinterkopf habe ich den “Stream Velcro” von Rock Pillars getestet.

Irgendwer, ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern wer, hat mal die Prämisse aufgestellt, dass jeder NEUE Kletterschuh mindestens eine halbe Schuhgröße – besser eine ganze Nummer – kleiner gekauft werden sollte, als sein Vorgänger. Die wagemütige Theorie dahinter ist mir nicht mehr ganz geläufig, aber ich glaube, es hatte etwas mit “sich über Jahr entwickelnde Fußverkleinerungen bei Vielkletterern” zu tun. Ich glaube zwar eher, es hat etwas mit antrainierter Schmerzresistenz zu tun, aber ich bin da ja Leihe.

Wie auch immer. Den Rock Pillars hab’ ich auf jeden Fall 1/2 Nummer kleiner bestellt – ohne vorher zu probieren. Das war genau die richtige Entscheidung! Kriterium Nummer eins meiner obigen Liste war damit zu 150% übererfüllt. Aua!

Mein erster Versuch den Schuh anzuziehen, endete mit der Erkenntnis, dass ich sie eigentlich umtauschen müsste. Aber wir sind hier ja nicht beim Softball-Kegeln! Beim zweiten Versuch kam ich immerhin in den Schuh und konnte ein paar Schritte und Tritte wagen. Kurz vor der Ohnmacht konnte ich mich gerade noch rechtzeitig wieder vom Schuh befreien. Weitere Versuche folgten. Kurze Zeit später ertappte ich mich beim Bouldern, die Schuhe immernoch an den Füßen, einen Boulder nach dem anderen machend. Na geht doch!

Fazit zur Passform:
Der Stream Velcro scheint etwas kleiner auszufallen als z.B. mein Scarpa Feroce oder meine 5.10. Er weitet sich leicht – ganz leicht und hat eine Tendenz bei höheren Füßen und aufgestellten Zehen vorne-oben etwas zu drücken. In meiner Größe ist er sau-eng, mit allen Konsequenzen, aber nicht auffällig unangenehm.

Die nächsten Kriterien, spitz und fest, erfüllt der Stream Velcro weitesgehend. Er hat nicht die “Hakennase” anderer Leisten, aber trotzdem eine deutlich ausgeprägte Spitze. Zusammen mit der engen Passform bringt der Schuh eine erstaunliche Präzision beim Stehen und Antreten auf “kleinem Zeugs” zusammen. Daumen hoch! Der Wandkletterer wird’s lieben. Durch die nur moderate Vorspannung des Schuh’s ist er jetzt aber kein Wunderleisten für steilste Dachkletterei. Die Sohle ist fest und wird in Reibungskletterei keinen Wanderpokal gewinnen, aber wie gesagt, auf Leisten und in Löcher rekordverdächtig!

Und dann wäre da noch die Ferse. So ganz unscheinbar kommt sie daher. Ohne Kantenspoiler oder mit tiefergelegtem Super-Duppa-Gummi-Hook-Stabilizer. Einfach eine verstärkte Ferse eben. Aber sitzen tut die wie ne Eins! Der geneigte Leser und Kenner wird schaftsinnig kombinieren: “Naja, bei der Größe?!” Richtig, durch den engen Schuh sitzt die Ferse naturgemäß auch eng, aber vorsicht! Ich kenne auch andere Schuhe, die einem, ob der tollen “Passform” die Tränen in die Augen treiben und die Zehen blau anlaufen, sich aber nach dem ersten Hook schneller und ungewollt vom Fuß lösen, als ein Gummistiefel von Bigfoot.

Ob ein Kletternschuh wirklich richtig paßt, sehe ich eigentlich erst, wenn auch die Ferse im Schuh bequem (soweit man im Zusammenhang hier von “bequem” sprechen kann) und fest sitzt – ohne übermäßiges Potential für Blasenbildung. Und das tut sie!

Abschließend ein Blick auf die Verarbeitung. Die extralangen Velcros machen einen stabilen Eindruck, halten gut und bieten keinen wirklichen Grund für Kritik. Vielleicht sind sie sogar etwas zu lang geraten. Der Schuh ist sauber verklebt und weist auch innen keine unangenehmen Nähe oder Druckstellen auf. Wie sich der Schuh im Dauer- und Verschleißtest verhält, bleibt abzuwarten.

Unterm Strich ein feiner Schuh.

Kein ultra-performance Schuh für den Wettkampfprofi, aber ein anfängertauglicher Schuh, bei dem sich auch der fortgeschrittene Kletterer nicht von der engen Passform abschrecken lassen darf. Wenn man sich auf den Schuh einlässt, belohnt er als ausgesprochen präzises Werkzeug beim Stehen und Treten auch auf “einem Hauch von Nichts”.

Achja, und eines war da noch: Der Preis! Macht Euch selber ein Bild vom Preisgefüge bei Kletterschuhen. Eines ist sicher: Der “Stream Velcro” von Rock Pillars ist ganz, ganz vorn dabei, wenn es um das Preis-Leistungs-Verhältnis geht!

So! Schuh’ aus!

Die diesjährigen norddeutschen Meisterschaften im Lead-Klettern wurden live ins Netz “geströmt”.

Der gespeicherte Stream steht noch eine Weile zur Verfügung und stelle ihn hier mal zur Archivierung ein.

Besonders gut hat mir die Umsetzung mit den verschiedenen Kameras gefallen. Das hat Potential und man kann schon fast von “professioneller” Übertragung sprechen. Schau’s Euch selber an!

http://www.climbtube.de/

Ergebnisse und eine Bildergalerie vom Wettkampf findet ihr hier:

NDM 2011 Lead – Ergebnisse (www.kletternimnorden.de)

Bildergalerie

Habt Ihr Euch mal die Unterschiede von Klettern und Tennis vor Augen geführt? Nicht? Kein Wunder, warum auch. Aus mir nicht mehr nachvollziehbaren Gründen habe ich es dennoch neulich getan. Das war irgendwie gleich lustig, wie lehrreich, daher will ich es einmal aufschreiben.

Wer schon mal versucht hat eine 12er Hexe mit einem Schläger der Boris Becker Edition von 1985 über das Netz so kloppen, wer schon mal korrekt eingebunden mit Gurt, Rucksack und Steigeisen, aber mit Schläger und Filzball bewaffnet für Irritationen auf dem umgepflügten, roten Grandplatz sorgte -, wer schon mal erwartungsvoll vor dem W7 Eisfall stand, mit zwei großen, breitrahmigen Tennisschläger in beiden Händen und sich fragte, was hier gerade schief läuft, wer schon mal mit weißen Schweißbändern an Stirn und Handgelenken in einer steilen Wand hängend… ach nee, das gab’s ja auch beim Klettern in den 80ziger, wer schon mal in einem elitären Tennis-Clubhaus eine Dose leckeren Nordseehering mit einem 4er Stopper ausgelöffelt hat und wem schon aufgefallen ist, dass der eigene Seilpartner nicht der Gegner ist, beim Rennen zum Gipfel – ja wer das alles auch schon selbst erlebt hat oder es sich zumindest vorstellen kann, der erkennt einige Unterschiede zwischen Klettern und Tennis.

Aber den einen, den vielleicht entscheidenen Unterschied zwischen Klettern und Tennis, den Unterschied, der erklärt warum wir, warum ich klettere und nicht etwa Tennis spiele – um den soll es hier eigentlich gehen:

Ich muss beichten.

Ich hab’ auch eine Zeit lang Filzkugeln, keine Hexen, mit “Boris Becker Edition”-Schlägern übers Netz gedroschen. Aber es ist lange her! Sehr lange. Deutlich verjährt. Sünde frühster, verblendeter Jugend. Trotzdem erinnere ich mich ganz gut, wann Tennis so richtig Spaß gemacht hat – ich mein’ für die Umstände, dass es Tennis war.

Das war eigentlich immer dann, wenn man den Ball exakt getroffen hat und er genau dort landete, wo er hin sollte. Und das ganze am besten viele Male hintereinander. Ich hab’ noch genau dieses satte *FFUUMP* Geräusch im Ohr, wenn die Filzkugel den Rinderdarm knutscht und für Schubumkehr sorgt. Wie ein Lob für einen guten Schlag.

Vor ein paar Jahren hab’ ich durch einen Zufall mal wieder einen Schläger in der Hand gehabt und einen Nachmittag diese gelben Kugeln gedroschen. Das hat mir keinen Spaß gemacht. Gar keinen!

Warum? Ich hab’ die Dinger einfach nicht richtig getroffen! Sie sind nie in die von mir vorgesehene Richtung geflogen, immer war dieser blöde Rahmen des Schlägers im Weg, andauernd war ich zu langsam oder das Netz zu hoch! Es kam einfach kein Ballwechsel zustande. Kurzum, ich war schlecht, untrainiert und es war fürchterlich langweilig.

Beim Klettern ist das gerade ganz ähnlich. Da bin ich auch zur Zeit völlig untrainiert, schwach, ausdauerarm und treffe nur selten nach dem Dyno das Einfingerloch  - aber es macht trotzdem Spaß! Viel Spaß!

Es fällt mir immer wieder auf, bei mir, bei anderen: Klettern ist auf jedem Niveau schön, spannend und fordernd – eben im jeweiligen, persönlichen Leistungsspektrum und -limit. Die Erlebnisse, die Erfolge und die Befriedigung sind für einen 5er-Aspiranten oder nach einer langen Pause die gleichen, wie für den 9er Kletterer. Es sind die gleichen, dicken Arme, die man nach einem knappen Rotpunkt einer fordernden 6 oder einer fiesen 9 hat – es ist das gleiche, “tolle” Gefühl jenseits der persönlichen Leistungsgrenze zu klettern und einen wackligen 2er Keil fünf Meter unter sich zu wissen.

Und das ist DER eigentliche Unterschied zwischen Hexe und Filzkugel:
Klettern ist niveaulos schön! Wenn man das so sagen kann…

Einzig die Vergangenheit – “das was mal ging” und der spitze, eigene Ehrgeiz könnten ablenken vom Genuß.

Ich für meinen Fall mag Klettern und finde Tennis blöd! :)

 

Filzball aus… halt! Einen hab’ ich noch:

Dem visuell verzogenen Leser ist sicher gleich das tolle Bild vom Eisklettennis aufgefallen.  Dafür an dieser Stelle ein ganz, ganz lieben Dank an Erbse! Obwohl er ÜBERHAUPT keine Zeit hatte,  ich  nicht mit Gold und Juwelen dienen konnte und eine Filzball-Flatrate auf Lebenszeit auch nicht in Frage kam, hat er trotzdem dieser kleinen Geschichte hier dieses tolle Bild geschenkt. Das hab’ ich toll gefunden und finde es immer noch.

Ich hoffe euch gefällt das Bild auch und ihr habt ja sicherlich im Kleingedruckten gelesen, dass der Konsum dieses Bildes und der Geschichte zur Abnahme einer Filzball-Flatrate auf Lebenszeit -, sowie zum Erwerb von ganz vielen, tollen Comics von Erbse verpflichtet einläd.

Ach, und wer immernoch nicht genug (Bälle) hat, der kann es sich auf einem von Erbses nächsten, legendären Kletterkaberette so richtig geben lassen! Die  Termine findet ihr auf Erbses ziemlich niegelnagelneuer Webseite.

So, jetzt aber:  Seil aus!

Im Rahmen der immerwieder stattfindenen Produkttests auf klettern20.de gib’s heute erstmals einen Bekleidungstest, denn Kletterschuhe zähle ich mal zur “technischen Ausrüstung”. Konkret gesagt schauen wir der “Mount Asgard Smock” von Berghaus mal genauer unsers Futter.

Schon das Paket wirkte verdächtig leicht. War da überhaupt etwas drin?
Ohja, es war etwas drin!

Vermutlich leichter als ihre postalische Verpackung bringt die Jacke “Mount Asgard Smock” von Berghaus kaum 290 Gramm auf die Waage. Entwickelt von Berghaus zusammen mit Leo Houlding in der Vorbereitung zu seiner Mount Asgard Besteigung.

Die für die 3te-Bekleidungsschicht konzipierte Hardshell-Jacke gibt es in zwei Ausführungen, als normale Jacke mit durchgehendem Reißverschluss und als “Hoody” (Wir haben früher dazu “Jumper” oder Kaputzenjacke gesagt.), also zum Reinkriechen und mit Reißverschluss bis etwas zur Hälfte.  Letztere liegt mir zum Testen vor.

Die Jacke besteht aus der bekannten, drei-lagigem GORE-TEX® PRO SHELL mit “GORE™ Micro Grid Backer Technology”. Ist klar, oder? Soweit ich das als Leihe der Bekleidungstechnik verstanden habe, heißt das eigentlich: Unkaputtbar, wasserdicht, trotzdem atmungsaktiv bei geringen Gewicht und hohem Tragekomfort.

Das mit dem Gewicht kann ich nur unterstreichen. Der Hersteller behauptet sogar damit die leichteste GORE-TEX® PRO SHELL Jacke gebaut zu haben (289 Gramm). Auch im Vergleich zu meiner alten “Hardshell”, die ich schon ein paar Jahre mein Eigen nenne, merkt man den Gewichtsunterschied und die Weiterentwicklung des Materials deutlich.

Der Reißverschluss macht einen soliden Eindruck und läßt sich trotz der wasserdichten Gummierung recht leicht bedienen und schließt hoch ab. Die natürlich helmtaugliche Kaputze hat eine ganz pfiffige Einstellmechanik, die sich einfach auch mit einer Hand bedienen läßt. Interessantes Detail ist der kleine, extra versteifte Schirm an der Kaputze, dem ich seinen Job besser zutraue, als das “Schlapperding” an meiner aktuellen Jacke.

Der Tragekomfort eines “Hoody” kann ja durchaus mal begrenzt sein. Anders aber hier bei der “Mount Asgard Smock”. In meiner Größe paßt sie perfekt wie eine zweite Haut über eine mitteldicke, zweite Bekleidungsschicht. Trotz des engen Schnitts bietet sie gerade im Armbereich genügend Bewegungsfreiheit, was ich persönlich beim Klettern immer super wichtig finde. Nichts ist schlimmer, als wenn man die Arme hochnimmt und die Kälte pfeift gleich unten rein. Da ist der Schnitt dieser Jacke echt sehr gelungen, gerade auch und weil die Ärmel etwas länger sind.

Klick mich!

Weitere, kleine Details, wie der Wasserablauf am Gummischutz des Reißverschusses oder die Tatsache, dass keine Gummibänder oder Laschen unten aus der Jacke heraushängen, in die man ausversehen Material einhängen könnte, zeigen, dass in die Entwicklung dieser Jacke eine ganze Menge Know-how und Erfahrung aus der Praxis eingeflossen ist.

Bei unserem Praxistest im Winter in den tiroler Bergen konnte die Jacke auch überzeugen. Tendenziell muß man etwas aufpassen, dass man bei körperlicher Bewegung unter der Jacke nicht zu warm angezogen ist, denn die Isolierung gegen Wind ist schon top. Insgesamt also wirklich ein super Ding.

Gib’s auch Kritik? Für meine Anwendungszwecke würde ich bei so einer Art von Jacke eher die Ausführung mit dem durchgehenden Reißverschluss vorziehen. Ich kann mich mit dem “Überkopfanziehen”, gerade am Stand oder einhändig, nicht wirklich anfreunden, aber das hängt primär von dem Einsatzort und -zweck ab. Achja, und die Farbe muß man mögen oder akzeptieren. Sie ist halt SEHR blau. :)


Bildmaterial: © Berghaus Limited 2010

Kurt Albert
* 28. Januar 1954   † 28. September 2010

www.kurt-albert.de

Wenn mich zur Zeit jemand fragt, wie es denn im Sommerurlaub in Norwegen so gewesen sei, sich die grinsende Anspielung auf unseren Regensommer im letzten Jahr nicht verkneifend, so antworte ich breiter grinsend, auf die tief gebräunten Arme deutend:  ”Es war toll!!! Sonne pur, nur zwei echte Regentage, sind alles geklettert, was wir uns vorgenommen hatten und haben sogar einige Träume erfüllt, die vorher nur leise geäußert wurden!”. Äätsch!

Die Seereise

Begonnen haben diese Zauberdreiwochen – wie immer – mit einer Seereise. Wie immer von Hirtshals in Dänemark nach Kristiansand in Norwegen. Wie immer mit Colorline… halt stop! Dieses Jahr nicht wie immer mit ColorLine, sondern auf Grund selbstverordneter Sparmaßnahmen wegen selbstverschuldetem Spätbuchens mit der Alternative “Fjordline”. Ich bin mit Fjordline schon einmal 2008 gefahren, damals noch “Masterferries” und die hatte diesen genial schnellen Katamaran, der in einer unglaublichen Geschwindigkeit zuerst die Autos auf unglaublich niedrigen Decks, halb gestapelt, halb gequetscht geladen hat und dann selbige in einer ebenso unglaublichen Geschwindigkeit mit einer noch unglaublicheren Heckwelle in 2:15h nach Kristiansand über den Skagerak geschossen hatte. Günstig, schnell, gute Abfahrtszeiten. Norwegenherz, was willst Du mehr. Eigentlich ganz cool.

Dieses Jahr war’s auch ganz cool, zumindest bis etwa 30 Minuten nach dem Ablegen in Hirtshals. “Uncool” wurde es erst, als der Skagerak mit mittlerer Nord-Ost-Dünung diesen badeseetauglichen Katamaran derart in Schaukel- und Rollbewegungen versetzte, dass sich wohl jeder dritter Reisender artig berufen fühlte die Kotztüten zu befüllen. Leider schaffte es wohl etwa jeder zehnte nicht bis in oder an eine Tüte, sodass sich langsam ein süßlich-säuerlicher Geruch zu dem Kaffee- und Hotdogduft über das Aufenthaltsdeck ausbreitete. Zwischenzeitlich zerlegte sich noch ein Regal mit Flaschen von Hochprozentigem im Dutyfree-Shop und mischte in der Geruchsmischung betäubend mit. Später erfuhren wir, dass sich auf der Fahrt am Vortag sogar fünf Autos eine Kaltverformung der Stoßfänger vorne und hinten abgeholt hatten… ahhjaa! Hatte ich eigentlich die Handbremse angezo… jaja, bestimmt!

Ich verzichte zum Schutz des Lesers weitere, einzelne Szenen oder Seekrankheits-Schicksale zu beschreiben – ihr könnt es euch denken.

Wir haben auf jeden Fall die zweieinhalb Stunden ohne Tüteneinsatz überstanden, würden aber übertreiben, wenn wir behaupten, unseren Mägen in dieser Zeit nicht genauer kennengelernt zu haben. Isa O-Ton: “Ich habe zwischenzeitlich gedacht, es wird mir in meinem ganzen Leben nie wieder ‘gut’ werden!”. Zum Glück erfüllte sich diese Befürchtung nicht – auch nicht auf der Rückreise, wenn ich vorgreifen darf. Ach, und das Auto war entgegen der Erwartungen auch noch in der gleichen Form, wie wir es abgestellt hatten.

So fing unser Urlaub an. Frei nach dem Motto es kann nur besser werden!

Der Weg von Kristiansand nach Valle im Setesdal verlief ausgesprochen unspektakulär-, man könnte sagen routiniert ab. Eine wirklich herauszustellende Unregelmäßigkeit war allerdings die warme, helle Sonne, die uns im Tal begrüßte. Wir fuhren im Sommer durch Norwegen und die Sonne schien. Leichte Irritationen waren die Folge. Sollte es dieses Jahr anders werden…? ABWARTEN! Das sehr leckere Hotdog in der Sonne von Evje – und das nach DER Seefahrt – rundete die Anreise ab.

Planungsgemäß wurde am Spätnachmittag die schwarze Hütte in Kallefoss bezogen und der sich bereits im Tal befindlichen Klettergemeinschaft die erfolgreiche Ankunft und den akuten Schlafmangel gemorst. Waren wir doch alles in allem etwa 15 Stunden seit 3 Uhr nachts unterwegs gewesen und hatten vorher kaum geschlafen. Alles weitere also morgen…. zZzzZZzzzz… rrr… rrr….klettern… rrr… rrr……

Anklettern

Am nächsten Morgen zeigte sich das Setesdal von seiner kletterfreundlichsten Seite. Leichte Bewölkung, Sonne, warm, aber nicht zu heiß. Pläne wurde gemacht. Och, etwas klettern gleich am ersten Tag. Ja, kann man doch machen. Zum wieder Eingewöhnen ein paar Längen von Kaa&Co am Kalvehei? Die wollten wie doch dieses Jahr eh machen… Gute Idee! Eben solange, bis wir keine Lust mehr haben. Ergebnis: Erst gegen 17:30 Uhr waren wir wieder unten. Alle 10 Seillängen mit kurzem Rückzug wegen Wasser in unserer Route, dann Querungsvarianten rein in “Smee” und wieder raus in Kaa&Co, Gipfelpicknick und Abseilen. Für den ersten Tag ganz ordentlich. So kann es weitergehen. Abends gab’s brunnert’sche Nudeln mit großem Hallo und viel zu erzählen.

Blick aus Kaa&Co.

Das Wetter am nächsten Tag überzeugte uns, zwang uns förmlich, wieder klettern zu gehen. Der neue Sektor “Skole” am Løefjell war das Ziel. Hier erwarteten uns 20 neue Routen zwischen 20 und 55 Meter Länge in überraschend gut strukturiertem Fels. Leider erwischte ich gleich als erstes, mangels der Fähigkeit lesen zu können (oder Augen im Kopf zu haben), eine steile 5+, E3 Platte anstatt der erwarteten 5-, E2, deren glatte Reibungsschlüsselstelle etwa 2 Meter über der letzten Sicherung zu klettern war. Also genau das, was man so morgens als erstes am Tag gerne macht. Ich war etwas “unglücklich”. Zum Glück waren die weiteren Routen dann freundlicher und so konnte die aufkommende Feindschaft zum Sektor “Skole” noch rechtzeitig im Keim erstickt werden. Insgesamt ist dieser neue Sektor, gerade im rechten Teil eine echte Bereicherung für das Plaisir-Angebot am Løefjell.

Isa und Finn am Ausstieg von Kaa&Co.

Später traf man sich zu Kaffee und Waffel bei Hessel in Brokkestøylen. Dort gibt es jetzt neu echte “Setesdal-Suppe”, selbstgemachte Burger und gute Pommes. Uiuiui…sehr, sehr lecker, aber gefährlich! Abends war Geburtstagsfischgrillen angesagt und bei Bier, Essen und Wein wurden Pläne geschmiedet.

Seit meinem ersten Besuch im Setesdal war ein Traum von mir, einmal “East of Easy” am Løefjell zusammen mit Hans zu klettern. Dieser Traum wurde zwischen Fisch und Bier soweit konkretsiert, als dass wir uns zum Dienstag, also “übermorgen”, zu diesem doch recht anspruchsvollen Unternehmen verabredeten. Dazu muß man wissen, dass diese Route Anfang der Achtziger von Hans clean erschlossen wurde, heute gebohrte Stände und ein paar sehr wenige Zwischenhaken aufweist und als DIE Route im Setesdal gilt. O-Ton Peter: “Geilste Route auf diesem Planeten überhaupt!”

Zehn Seillängen bis in den siebten Grad, sehr oft gar nicht sicherbar, erfordern einen moralisch reifen Vorsteiger, der die Linie genau kennt oder besser weit über den Dingen steht. Da aber Hans sich dem heißen Ende des Seils widmen würde, war ich glücklich wie ein kleines Kind vor Weihnachten, trotz des Wissens, dass in “East of Easy” in der einen oder anderen Länge ein Nachstieg ein “Vorstieg im Nachstieg” bedeutet.

Doch zunächst sollten diese schweren Gedanken auf die Nacht vor dem Dienstag geschoben werden und wir planten in weiser Voraussicht lieber für den Montag einen Ruhetag mit einer Wanderung im Fjell ein. Gesagt getan. Wir begegneten Schafen und Hamstern. Hamstern? Nein, es waren Lemminge, wie wir später erfuhren. Etwa alle 10 Jahre “leidet” das Setesdal unter einer Lemmingplage, so wurde uns erzählt. Dieses Jahr war es wohl mal wieder soweit und so wuselten überall diese “possierlichen Tierchen” in ihrem schicken rotbraun-schwarz gestreiften Fellkleid herum oder lagen als gewalzte Fellpfannkuchen auf den Straßen rum, stets bemüht ihrem Ruf gerecht zu werden. So versuchten sie beim Überqueren der Straße möglichst gleich alle vier Räder eines Autos mitzunehmen oder beim Wandern möglichst direkt unter einen Fuß oder eine Stockspitze zu laufen. Später sahen wir auch einige schwindelfreie Exemplare hoch oben in den Wänden. Tot und lebendig. Lemminge waren dieses Jahr auf jeden Fall überall im Setesdal!

Lemmingplage

Im Fjell erklommen wir zwei Gipfel und genossen Sonne und Aussicht bis zum Abend. Wir waren im Urlaub angekommen. Abends gab es dann bei Hessel in Brokkestøylen das montagliche “Klettercafé” mit Grill, Bier, Historischem und Literatur. Nach dem zweiten Bier machte mich Peter mit gerunzelter Stirn auf die morgigen Pläne aufmerksam und den Umstand, dass ich besser “fit” sein möge. Was meinte er nur?

East of Easy

Am nächsten Morgen gegen 10:30 Uhr standen Hans und ich am Einstieg zu “East of Easy”, um festzustellen, dass wir nicht nur einen Chalkbag vergessen hatten, sondern gleich noch den passenden Gurt dazu. Die “Logistik” im Tal wurde alarmiert und Hans schaute sich den Zustieg nochmal genauer an. Ich wartete im Schatten und studierte die Linie in der Wand über mir. Mit einer Stunde Verspätung stiegen wir schließlich ein. Morgens war ich nuch kurz bei Peter gewesen, der mich mit den Worten verabschiedete: “Viel Spaß!! Das ist ein super Ding, aber sei schön konzentriert in der Querung in der 4ten Länge!”. Mit soetwas wie “… es erwartet Dich die beste Kletterei überhaupt…” wäre mir mehr geholfen gewesen. Ich sorgte mich etwas, war aber auf jeden Fall konzentiert. Ziemlich genau 10 Seillängen hoch und wieder runter!

Die ersten beiden Längen liefen. Plattig, Reibung, einen “interessanten” Keil auf 100 Meter, aber recht leicht. Von der dritten Länge, welche steilere Reibungspassagen präsentierte, sollte ich einen, wie ich finde, legendären Spruch von Hans für den Rest der Zeit in Norwegen im Ohr behalten. Fortan hörte ich jedes Mal, wenn ich im Vorstieg auf steiler Reibung stand und unsicher in meine Schuhsolen “horchte” in meinem inneren Ohr:

“Los! Hinstellen, hält schon!!”

Hans sollte Recht behalten und nicht nur in der dritten Länge von “East of Easy”. Die vierte Länge präsentierte sich mit ihrer 30 Meter Querung und nur einem Bolt in der Mitte als moralische Herausforderung. Hans legte zwei Friends vor der Querung und nochmal zwei Keile danach. Es blieb in der Mitte der Haken als Fixpunkt für das Nachsteigerpendel Finn. Sorgsam verfolgte ich die feine Linie, die Hans durch die zu querende Wand kletterte. Gleich würde das Seil für den Nachsteiger nur noch die grobe Himmelsrichtung angeben. Im Nachstieg sorgte das Rausnehmen der zwei Friends bei mir dann schon für “Konzentration”, aber die anschließende Querung schräg links hoch im oberen sechsten Grad war wohl so ziemlich das geilste, was ich bisher überhaupt so geklettert bin. Ich würde am Stand zu Hans sagen: “Als ob jemand diesen Fels für uns Kletterer geformt hätte!!!”. Ich habe es nicht nur nach der vierten Länge gesagt.

Die siebte Länge erwartete uns mit einer Piazverscheidung mit einem 1-Fingergliedriss, ergänzt durch eine überhängende Verscheidung deren Ausstiegshenkel zwar sehr gut ist, aber auch erstmal erreicht werden will. Dazwischen eine Querung, deren Schlüsselstelle bei mir in der Pulsberuhigung nach der ersten Verschneidung lag. “Biathlon als Vorbereitung zum alpinen Klettern?” schoss es mir durch den Kopf, als ich da nach der ersten Verscheidung stand, schnaufend wie eine Dampflok im Bahnhof .

Insgesamt ist diese Schlüssellänge im siebten UIAA Grad angesiedelt, aber als Nachsteiger, dank dem geraden Routenverlauf an den zwei schweren Stellen, weniger moralisch – dafür kräftig. Hans konnte fluchend, aber eindrucksvoll beweisen, dass sich die Länge auch ohne das “kleine Set” Keile klettern lässt. War dieses doch das Dritte neben Chalkbag und Gurt, was wir vergessen hatten. Von Nachahmung wird dringend abgeraten…

Hans und Finn in East of Easy.

Von den oberen drei Längen habe ich nur noch wenig Erinnerung. Vermutlich hat das Adrenalin ganze Arbeit geleistet. Allerdings war “das Fenster” in der neunten Länge eine weitere geniale Kletterstelle, die angereichert von Hans Geschichten um die Erstbegehung, mir wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Danke Hans – ach, ich wollt’ es ja nicht mehr sagen!

Abends gab’s dann Essen am Biberfluß mit leckeren Dingen für den Grill und für den Kopf. Außerdem präsentierte Einar seinen norwegischen Survival-Militär-Schlaf-Zelt-Sack! Sehr praktisch und man kann zu vorgeschritterner Stunde viel Spaß damit haben.

Für den nächsten Tag war das Wetter unklar und so verabredeten wir uns mit Janis bei guten Wetter für etwas “moderne Schatzsuche” mit GPS und Wandereinlagen und falls das Wetter schlecht sein sollte, so würde wir auch gehen -so  oder so ähnlich muß es gewesen sein. Auf jeden Fall konnten am folgenden Tag dann immerhin vier wertvolle Schätze gefunden werden. Der fünfte sollte uns auch mit 6 Augen verborgen bleiben.  Wir waren trotzdem mit diesem willkommenen Ruhetag und dessen Ausbeute sehr zufrieden, sodass wir entspannt den Abend ausklingen ließen, denn für den nächsten Morgen war ich mit Peter zum ersten Angriff in der “Monsterwand” am Kalvehei verabredet.

Peters Plan war links der viele Platten von der existierenden, historischen Route “Breitmacher” eine neue Linie durch den strukturierteren Teil der Wand zu eröffnen. Zwei Stellen waren dabei in der Wand(foto)studie besonders aufgefallen. Ein schlecht einzuschätzener Felsentrichter im unteren Teil zwischen zwei Wasserstreifen und schon recht weit oben einen plattigen Dachriegel, der eine Andeutung von Riss hatte. Ob dieser zum Überwinden wohl reichen würden…

Der Feind in der Monsterwand

Am nächsten Morgen um 8.00 Uhr *gäääähhn* war Aufbruch. Vor Peters Hütte stand ein säuberlich gepackter Rucksack. Auf einem Haufen daneben lag ein Halbseil, ein paar Sandalen, eine Regenjacke, eine halbe Tafel Schokolade, eine Flasche Wasser und ein nicht ganz leichter Sack mit Standringen und ein weiterer mit Zwischenhaken, sowie fünf Akkus für unsere gute, grüne Hitachi . “Das mußt DU dann noch einstecken…” war seine grinsende Ansage. Ich stopfe den Kram zu meinen eigenen Sachen in den Rucksack und band das Seil noch oben drauf. Der erste, kurze Gewichtstest bestätigte meine Vermutung. Deutlich an die 20kg. Das wird ja lustig.

Naja, das Seil würde ja wegfallen, das Wasser irgendwann weniger, die leeren Akkus leichter(!), alle 60m ein Standring weniger und mit “Glück” würden wir ja an jedem Stand  ein paar Zwischenhaken zurücklassen, welche wir dann im Abstieg noch nachträglich setzen würden – so versuchte mich Peter zu beruhigen. “Mit Glück” deswegen, da die Wege an der Monsterwand eher, sagen wir mal, “optimal” einbebohrt sind. Also nur da ein Haken steckt, wo auch wirklich einer gebraucht wird. Der Breitmacher hat sogar auf über 700m nur einen einzigen Haken. Also sah ich unseren Rucksack – ab hier nur noch “DER FEIND” genannt, nur sehr langsam leichter werden.

Um 9:15 Uhr standen wir drei fertig eingebunden am Einsteig. Das heißt Peter und ich standen. Der Feind lag wie ein Käfer auf dem Rücken am Boden, als wolle er sagen “Heb mich auf! Trag mich da hoch!”. Ich dachte kurz, er sieht aus wie ein riesige, pralle, knall-rote Made die gleich platzen würde. Sehr unsympathisch!

Peter war inzwischen am freien Seil die ersten 40 Meter geklettert und stand vor einem 3m Steilaufschwung. Man sah förmlich die Gedankenblase über seinem Kopf, wie Engelchen und Teufelchen einen kurzen “Hakenkrieg” ausfochten. Das Engelchen gewann und Peter kletterte weiter ohne einen Haken zu setzen bis ich von unten vermeldete, dass er nun mangels übrigen Seil doch mal Stand machen sollte. Ein paar Minuten später wurde ich zum Nachkommen beordert. Ich zog die Schuhe an und wollte schon losklettern, da sah ich noch etwas Rotes im Augenwinkel. Ach scheii… “der Feind” muss ja auch noch mit. Mit einem lässigen Schwung schulterte ich die Zuladung und kippte erstmal um haaresbreite von dem Felsplateau, auf wir den Start der Route vorgesehen hatten. Das wäre ein Bild gewesen. Wie ein Käfer auf dem Rücken die Platte ab in den Wald gerutscht… Ein paar Minuten später kam ich schnaufend am Stand bei Peter an. “Und? Geile erste Länge mit den Steilaufschwüngen was??!!” Ich brachte erstmal kein Wort raus und deute nur keuchend auf “den Feind”. “Nimm mal ab! Bitte!” Als nächstes war es dann an Peter fast um seine Standschlinge zu pendeln, als er mir versuchte “den Feind” abzunehmen. “Der wird jetzt schon leichter! Was meinste, 3 Zwischenhaken auf der Länge?”. Ich war für 27 Stück und 6 Ringe am Stand.

Am Beginn der 4te Länge.

Wir arbeiteten uns weiter hoch. Am Ende der dritten Länge machten wir Stand direkt unter dem besagten “Felskessel”. Die Wand zwischen den Wasserstreifen war eine fast senkrechte, strukturlose Platte. Da geht’s nicht hoch. Das war schnell klar. Allerdings zog am rechten Ende des Kessels ein deutlicher Riss in eine kleine Verschneidung deren wulstigen Ausstieg eigentlich machbar aussah.

Peter setzte den “Nun-wird’s-das-erste-Mal-ernst-Blick” auf und querte auf den flachen Platten Richtung Riss. “Sollte machbar sein!” sein Kommentar unter der Verschneidung stehend. Einen Zwischenhaken und einmal gut Zupacken und “hochgemantelt” später stand Peter über der Verschneidung. “Super Kletterstelle!” wurde 30 Meter über mir reportet. Mein Blick fiel auf “den Feind”, wie er da hängend am Ring zerrte. Ja sicher – super Kletterstelle…

Es folgten noch drei weitere Längen bis uns der visuelle und gefühlte Wetterbericht überzeugt hatte. Der anhaltende Nieselregen und der feuchte Talblick ließ uns umkehren, aber nicht ohne einige, kritische und neugierige Blicke nach oben zu richten. Noch etwa eine Länge und wir wären unter dem Dachriegel, der aber auch nun vom siebten Stand aus nicht viel besser einzuschätzen war. Auf jeden Fall war die Wand direkt unter dem Dach fast senkrecht und nur der Riss würde uns in der Querung am Dach vorbei wirklich helfen. Aber ist der Riss auch offen?

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Während ich so an das vergangene Wochenende mit Peter im Elbsandsteingebirge zurückdenke, um hier für den Blog und für mein alzheimeronsonsighttrainiertes Hirn die Eindrücke zu digitalisieren, stelle ich beim Rekonstruieren des Samstags fest, dass wir in siebzehn Stunden etwa soviel erlebt und gemacht haben, dass ich eigentlich sowas sonst nur in mehreren, ganzen Tagen schaffe würde. Warum aber so am Samstag?

Ich würde sagen “Ersatzbefriedigung” zweier extrem süchtigen Sandsteinjunkies, denen die so nötige Adrenalininjektion per Felsnadeln und abgebundener Knotenschlinge wegen eines kolabierten “Dresdner L’s” (meteorologische Bezeichnung für lokal auftretene Regenwolkenformation) zunächst verwehrt bleiben sollte. Doch eines nach dem anderen.

Zunächst die “plusdrei” Stunden:

Diese verbrachten wir nämlich tropfend und schwitzend am Freitagabend zuerst in der Hocksteinschenke, um uns auf den anstehenden Flüssigkeitsverlust vorzubereiten und danach an und auf zwei Türmen an der Bastei.

Das Wetter war etwa so, wie die vergangenen Tage in ganz Deutschland. Nur eben noch etwas heißer, wie es sich für eine unterste, rechte Ecke im Lande gehört. Mir drückte schon beim ersten Gedanken an Kletterbewegungen (ohne Chalk), an exponierten, sächsischen Türmen der Schweiß derart aus den Poren der Finger, dass er Tropfen produzierte, wie an meinem kühlen Bierglas vor mir.

Später, beim ersten Anblick des Jahrhundertturmes an der Bastei, den Peter anscheinend für mich als psycho-warmup Weg vorgesehen hatte (verbunden und natürlich offiziell begründet mit der grandiosen Aussicht), entspannte sich die innere Lage zunächst. Ha! So ein kleines Türm’schen. Nochmal Glück gehabt, dachte ich, denn der Turm bemaß von der Basteibrücke aus gesehen wohl gerade mal 12 Meter. Doch dann wurde die Linie des alten Weges erklärt: Kurz da links den Schulterriss zwei Meter absteigen und links rum um den Turm queren bis zum Ring an der Talseite. Während Peter munter pfeifend behände im Riss und um die Ecke verschwand, nicht vergessend zu erwähnen, dass man in der Querung leider keine Schlinge legen kann, malte ich mir beim Sichern vor meinem inneren Auge aus, wie wohl mein Flugwinkel als Nachsteiger aussehen würde, wenn mich der Riss ausspuckt und ich mich, hoffentlich elegant vor den Zuschauern auf der Basteibrücke, in einer 200° Pendel-Schleuderbewegung auf dem Weg um die Turmecke herum zu Peter und dem Ring machen würde. Ein Bild, welches mir wieder einfallen sollte, als ich, natürlich streng frontal, den Riss möglichst ignorierend, unter den fachlich fragwürdigen Kommentaren der Basteibrückenzuschauer, Anlauf zu dieser Pendelschleuderquerung nahm. Natürlich ist nix passiert. Etwas klettern kann der Finn ja doch…

Am Ring war ich dann zunächst kurz mit der Tatsache beschäftigt, dass das kleine Jahrhunderttürmchen auf einmal zu einem ausgewachsen Felsenturm mutiert war. Die 60 Meter hohe Talseite so weit oben über der Elbe zwang mit ihrer Exposition meinen Blick das eine oder andere Mal den großen, braunen Metallring, dem wir da gerade unsere beiden Leben anvertrauten, kritisch zu beäugen. Der Rest der oben erwähnten drei Stunden ist schnell erzählt. Der kurzen, zweiten Länge auf den Gipfel des Jahrhundertturmes folgte nach ausgiebigem Aufsaugen der Umgebung noch ein zweiter Turm, das Neurathener Felsentor. Wir genießen den Formenreichtum des Sandsteins.

Bereits in Halbdunkel stolperten wir später zurück zum Auto, nicht unglücklich über die Tatsache, dass dieses doch noch nicht abgeschleppt war und es uns bereitwillig zurück zur Hocksteinschenke beförderte. Noch bei Bauernfrühstück und Flüssignahrung wurden die Pläne für den kommenden Samstag konkretisiert. Nicht ohne das Orakel in Form von Regenradar auf mitgebrachter Taschentechnik zu befragen. Dieses verkündete Regen und Gewitter am kommenden Vormittag, was unseren Plan einen legalen, alpinen Frühstart hinzulegen Nachdruck verlieh.

Da die nun folgende 17 Stunden des Samstages so vollgepackt mit Erlebten war, erlaube mich mir ab hier eine etwas kompaktere Formulierungs- und Sprachform zu verwenden.

Wecker 6.00. Peter springt auf. Ich frage mich, warum die Nacht schon wieder vorbei ist. Wettercheck, Dusche und Kaffee in gefühlt einer Bewegung. Auto 6:40. Regentropfen um 6:42 werden als hohe Luftfeuchtigkeit gedeutet. 7:30 am Einstieg am Türkenkopf. 7:33 angeseilt. 7:34 wieder Regentropfen. 7:35 viele Regentropfen. 7:38 Donner. 7:45 zwei Männer rennen durch den Wald von Rathen Richtung Dorf. Ab 7:50 klitschnass unterm Dach bei der Feuerwehr das Gewitter aussitzen. 7:55 der Blitz schlägt (vermutlich) im Türkenkopf ein. Boooom! Peter pfeift betont locker eine Melodie und kombiniert scharfsinnig, dass das vor unseren Füßen überlaufende Wasser aus der Regenrinne auch als Blitzableiter funktionieren müßte. Zuviel Information.

Tisa FelsenstadtKurz nach 8:30 wieder im Auto. Umschwenken auf Alternativprogramm, Ersatzbefriedigung. Gegen 9:30 Cappuccino im Kletterladen von Tisa in Tschechien. Danach fast 2 Stunden die Felsen der Felsenstadt von Tisa bewandert und bewundert. Hier und da mal ein paar Kletterzüge. Der Entzug ist erträglich. Weiterfahrt nach Ostrov. Mehr Felsen. Nasse Felsen. Ab 11:30 Frustbekämpfung mit tschechischen Knödeln, geniessbar in Kombination mit (viel) Bier. Danach Besuch bei Victor und Andrea. Kaffee mit Schaum. Lecker, hilft aber auch nicht beim Trocken der Felsen und gegen das Zittern. Pläne werden geteilt. Klettern vielleicht am Abend? Rückfahrt nach Deutschland. Abstecher zum Gohrischstein. Aufstieg und Wanderung durch die Steine in der Sonne. Gewitter zieht auf, schenkt aber ein unverhofftes Stück Kuchen. Sehr nett! Abstieg bereits bei leichtem Regen. Hoffung auf trocken Fels schwindet. 15:30 wieder im Basislager. Sonne und Wind. 16:00 immernoch. Sollte es doch… doch wo? Es muss trocken sein! Westkante Lilienstein. In der Sonne, bester, harter Fels, exponiert direkt im Wind. Trocken? 16:30 Beschluß, Aufbruch! Finden es wir raus.

Kurz vor 17 Uhr am Einstieg. Der Fels ist furztrocken. Kurz nach 17 Uhr erste SL. Querung. Zwote SL, mehr Querung. Am Ring der exponierten Nase rauscht der Wind in unseren Ohren. Die Sonne streichelt den Rücken. Wir grinsen. Dritte SL senkrecht hoch, dann Reibungskante. Ich höre Peter leise jubeln. Dankend dass wir da sind im Hier. Ich klettere in Zeitlupe. Genießen! Am Ring gib’s ein Wandbuch und einen atemberaubenden Ausblick. Wir feiern. Vierte SL führt in eine lange, ansteigende Querung. Genuß pur, wenn man queren mag. Die letzte Länge will uns nochmal testen. Kurz, steile Reibung zu Ring, dann zweiloch-vier Finger Stelle. Überraschend schwer. Ausstieg und Gipfel. Wir feiern und danken. Der Lohn des Tages.

Abseilen. “Locals” mit Peters Buch glücklich gemacht durch unkonventionelle Übergabe. Motto: Hier Autoschlüssel, Geld da, leg Buch einfach rein. Schlüssel an geheimen Ort deponiert. Toll. Kletterervertrauen. Danach Sturzbier in der Hockstein. Wir freuen uns beim Blick aufs Regenradar. Wetterfenster optimal genutzt. Man sind wir gut – und “lucky”. Abends noch lecker Essen. Gegen 23:00 Uhr wieder im Basislager. What a day!!!

Am Sonntag Regen. Wir bewegen uns. In Löbejün ist es trocken und wir machen einen kurzen Abstecher. Irgendwie zu voll da. Zuwenig Sandstein und zuviel Sonne. Uns kann man es nie recht machen. Doch, gestern war gut. Wir klettern 4 Wege im Schatten ohne Chalk und zischen wieder ab. Freuen uns.

Irgendwie ein total geniales Wochenende, obwohl man eigentlich erzählen müßte, dass es bis auf Freitag praktisch die ganze Zeit geregnet hatte und wir im Sandstein waren. Timing ist halt alles. ;)

Eines ist natürlich total blöd: Leider muß ich am Freitag für drei Wochen zum Klettern und Urlaub nach Norwegen (wirklich bedauernswert), denn sonst hätte ich Peter gefragt: Nochmal ins Elbi?

Querung aus!

Das war ein schönes Wochenende!

Wikipedia sagt: “Die Sonnenwenden sind die Zeitpunkte, in denen die scheinbare geozentrische ekliptkale Länge der Sonne 90° oder 270° beträgt.” Alles klar?? Ich würde sagen, die wirkliche  Sommersonnenwende findet feierlich jedes Jahr Ende Juni in Löbelün statt! Mit dabei viele tolle Klettermeter, jede Menge Sonne (dieses Jahr manchmal sogar zu wenig Schatten), viele Biere und Musik gepaart mit einer super Veranstaltungsplanung und tollen Freunden. Hört sich nach Spaß an, oder?

Wir sind mit Martin am frühen Freitagabend Richtung Halle gestartet und wurden bei unserem Tiefflug auf deutschen Autobahnen nur durch einen anfänglichen Stau im Stadtgebiet Hamburg eingebremst. Aber nicht derart, dass wir nicht noch vor der Dunkelheit etwas klettern konnten.

Für alle, die Löbejün nicht kennen, hier ein paar Stichworte. Nähe Halle an der Saale, Porphyrsteinbruch, Wände bis 40m, viel Leistenkletterei und an besagtem Wochenende Heimat der Sommersonnenwendfeier mit Spiel, Spaß und Musik von und für Kletterer.

Nach großem Begrüßungshallo (irgendwie waren “alle” da…), galt es noch ganz schnell eine Tour vor der Dunkelheit zu klettern. Da der Kletterführer vergessen wurde, gestaltete sich die Routenfindung als kommunikatives Highlight. Neben der sehr netten und umsorgender Einführung eines “Lokels”, wurde leider aber auch ausgiebig die Kletterregel #2? (das mit dem Ungefragt-tipps-geben BEIM klettern…) verletzt. Wir konnten die Route (Godswana, IV) aber trotzdem genießen und waren natürlich heimlich auch dankbar für die väterliche Fürsorge. Danach wurde sich dann aber den leiblichen Genüssen am Feuer und Grill gewidmet. Es wurde gegessen, getrunken und viel gelacht!

Der Samstag begann mit Sonne pur, einem tollen Frühstück und noch tolleren Klettereien. Während die emsigen Festivalorganisatoren die Bühne für den Abend aufbauen, begannen wir die ersten Routen des Tages anzugehen. So starteten wir mit einer VIc, die wir für eine V gehalten hatten. Name wird nachgereicht. Topo vergessen ist ja das eine, aber einen geliehenden dann nicht lesen können ist das andere… ;) . Auf jeden Fall wunderte ich mich irgendwo mittendrin, ob dem vermeintlichen Standard-5er hier im mittleren Osten. Trotzdem schöne Kletterei. Etwas weiter links daneben war die  Quantensprungschanze/VIIa, die uns gleich auf die kleinen Leisten hier einstimmen sollte. Leider war der begehrte Hangelmarathon/VIc immer besetzt (in der Wand durch min. eine Seilschaft und am Wandfuß ebenfalls durch min. eine anstehende Seilschaft). Daher wanden wir uns einem anderen Klassiker zu. [...]

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