Während ich so an das vergangene Wochenende mit Peter im Elbsandsteingebirge zurückdenke, um hier für den Blog und für mein alzheimeronsonsighttrainiertes Hirn die Eindrücke zu digitalisieren, stelle ich beim Rekonstruieren des Samstags fest, dass wir in siebzehn Stunden etwa soviel erlebt und gemacht haben, dass ich eigentlich sowas sonst nur in mehreren, ganzen Tagen schaffe würde. Warum aber so am Samstag?

Ich würde sagen “Ersatzbefriedigung” zweier extrem süchtigen Sandsteinjunkies, denen die so nötige Adrenalininjektion per Felsnadeln und abgebundener Knotenschlinge wegen eines kolabierten “Dresdner L’s” (meteorologische Bezeichnung für lokal auftretene Regenwolkenformation) zunächst verwehrt bleiben sollte. Doch eines nach dem anderen.

Zunächst die “plusdrei” Stunden:

Diese verbrachten wir nämlich tropfend und schwitzend am Freitagabend zuerst in der Hocksteinschenke, um uns auf den anstehenden Flüssigkeitsverlust vorzubereiten und danach an und auf zwei Türmen an der Bastei.

Das Wetter war etwa so, wie die vergangenen Tage in ganz Deutschland. Nur eben noch etwas heißer, wie es sich für eine unterste, rechte Ecke im Lande gehört. Mir drückte schon beim ersten Gedanken an Kletterbewegungen (ohne Chalk), an exponierten, sächsischen Türmen der Schweiß derart aus den Poren der Finger, dass er Tropfen produzierte, wie an meinem kühlen Bierglas vor mir.

Später, beim ersten Anblick des Jahrhundertturmes an der Bastei, den Peter anscheinend für mich als psycho-warmup Weg vorgesehen hatte (verbunden und natürlich offiziell begründet mit der grandiosen Aussicht), entspannte sich die innere Lage zunächst. Ha! So ein kleines Türm’schen. Nochmal Glück gehabt, dachte ich, denn der Turm bemaß von der Basteibrücke aus gesehen wohl gerade mal 12 Meter. Doch dann wurde die Linie des alten Weges erklärt: Kurz da links den Schulterriss zwei Meter absteigen und links rum um den Turm queren bis zum Ring an der Talseite. Während Peter munter pfeifend behände im Riss und um die Ecke verschwand, nicht vergessend zu erwähnen, dass man in der Querung leider keine Schlinge legen kann, malte ich mir beim Sichern vor meinem inneren Auge aus, wie wohl mein Flugwinkel als Nachsteiger aussehen würde, wenn mich der Riss ausspuckt und ich mich, hoffentlich elegant vor den Zuschauern auf der Basteibrücke, in einer 200° Pendel-Schleuderbewegung auf dem Weg um die Turmecke herum zu Peter und dem Ring machen würde. Ein Bild, welches mir wieder einfallen sollte, als ich, natürlich streng frontal, den Riss möglichst ignorierend, unter den fachlich fragwürdigen Kommentaren der Basteibrückenzuschauer, Anlauf zu dieser Pendelschleuderquerung nahm. Natürlich ist nix passiert. Etwas klettern kann der Finn ja doch…

Am Ring war ich dann zunächst kurz mit der Tatsache beschäftigt, dass das kleine Jahrhunderttürmchen auf einmal zu einem ausgewachsen Felsenturm mutiert war. Die 60 Meter hohe Talseite so weit oben über der Elbe zwang mit ihrer Exposition meinen Blick das eine oder andere Mal den großen, braunen Metallring, dem wir da gerade unsere beiden Leben anvertrauten, kritisch zu beäugen. Der Rest der oben erwähnten drei Stunden ist schnell erzählt. Der kurzen, zweiten Länge auf den Gipfel des Jahrhundertturmes folgte nach ausgiebigem Aufsaugen der Umgebung noch ein zweiter Turm, das Neurathener Felsentor. Wir genießen den Formenreichtum des Sandsteins.

Bereits in Halbdunkel stolperten wir später zurück zum Auto, nicht unglücklich über die Tatsache, dass dieses doch noch nicht abgeschleppt war und es uns bereitwillig zurück zur Hocksteinschenke beförderte. Noch bei Bauernfrühstück und Flüssignahrung wurden die Pläne für den kommenden Samstag konkretisiert. Nicht ohne das Orakel in Form von Regenradar auf mitgebrachter Taschentechnik zu befragen. Dieses verkündete Regen und Gewitter am kommenden Vormittag, was unseren Plan einen legalen, alpinen Frühstart hinzulegen Nachdruck verlieh.

Da die nun folgende 17 Stunden des Samstages so vollgepackt mit Erlebten war, erlaube mich mir ab hier eine etwas kompaktere Formulierungs- und Sprachform zu verwenden.

Wecker 6.00. Peter springt auf. Ich frage mich, warum die Nacht schon wieder vorbei ist. Wettercheck, Dusche und Kaffee in gefühlt einer Bewegung. Auto 6:40. Regentropfen um 6:42 werden als hohe Luftfeuchtigkeit gedeutet. 7:30 am Einstieg am Türkenkopf. 7:33 angeseilt. 7:34 wieder Regentropfen. 7:35 viele Regentropfen. 7:38 Donner. 7:45 zwei Männer rennen durch den Wald von Rathen Richtung Dorf. Ab 7:50 klitschnass unterm Dach bei der Feuerwehr das Gewitter aussitzen. 7:55 der Blitz schlägt (vermutlich) im Türkenkopf ein. Boooom! Peter pfeift betont locker eine Melodie und kombiniert scharfsinnig, dass das vor unseren Füßen überlaufende Wasser aus der Regenrinne auch als Blitzableiter funktionieren müßte. Zuviel Information.

Tisa FelsenstadtKurz nach 8:30 wieder im Auto. Umschwenken auf Alternativprogramm, Ersatzbefriedigung. Gegen 9:30 Cappuccino im Kletterladen von Tisa in Tschechien. Danach fast 2 Stunden die Felsen der Felsenstadt von Tisa bewandert und bewundert. Hier und da mal ein paar Kletterzüge. Der Entzug ist erträglich. Weiterfahrt nach Ostrov. Mehr Felsen. Nasse Felsen. Ab 11:30 Frustbekämpfung mit tschechischen Knödeln, geniessbar in Kombination mit (viel) Bier. Danach Besuch bei Victor und Andrea. Kaffee mit Schaum. Lecker, hilft aber auch nicht beim Trocken der Felsen und gegen das Zittern. Pläne werden geteilt. Klettern vielleicht am Abend? Rückfahrt nach Deutschland. Abstecher zum Gohrischstein. Aufstieg und Wanderung durch die Steine in der Sonne. Gewitter zieht auf, schenkt aber ein unverhofftes Stück Kuchen. Sehr nett! Abstieg bereits bei leichtem Regen. Hoffung auf trocken Fels schwindet. 15:30 wieder im Basislager. Sonne und Wind. 16:00 immernoch. Sollte es doch… doch wo? Es muss trocken sein! Westkante Lilienstein. In der Sonne, bester, harter Fels, exponiert direkt im Wind. Trocken? 16:30 Beschluß, Aufbruch! Finden es wir raus.

Kurz vor 17 Uhr am Einstieg. Der Fels ist furztrocken. Kurz nach 17 Uhr erste SL. Querung. Zwote SL, mehr Querung. Am Ring der exponierten Nase rauscht der Wind in unseren Ohren. Die Sonne streichelt den Rücken. Wir grinsen. Dritte SL senkrecht hoch, dann Reibungskante. Ich höre Peter leise jubeln. Dankend dass wir da sind im Hier. Ich klettere in Zeitlupe. Genießen! Am Ring gib’s ein Wandbuch und einen atemberaubenden Ausblick. Wir feiern. Vierte SL führt in eine lange, ansteigende Querung. Genuß pur, wenn man queren mag. Die letzte Länge will uns nochmal testen. Kurz, steile Reibung zu Ring, dann zweiloch-vier Finger Stelle. Überraschend schwer. Ausstieg und Gipfel. Wir feiern und danken. Der Lohn des Tages.

Abseilen. “Locals” mit Peters Buch glücklich gemacht durch unkonventionelle Übergabe. Motto: Hier Autoschlüssel, Geld da, leg Buch einfach rein. Schlüssel an geheimen Ort deponiert. Toll. Kletterervertrauen. Danach Sturzbier in der Hockstein. Wir freuen uns beim Blick aufs Regenradar. Wetterfenster optimal genutzt. Man sind wir gut – und “lucky”. Abends noch lecker Essen. Gegen 23:00 Uhr wieder im Basislager. What a day!!!

Am Sonntag Regen. Wir bewegen uns. In Löbejün ist es trocken und wir machen einen kurzen Abstecher. Irgendwie zu voll da. Zuwenig Sandstein und zuviel Sonne. Uns kann man es nie recht machen. Doch, gestern war gut. Wir klettern 4 Wege im Schatten ohne Chalk und zischen wieder ab. Freuen uns.

Irgendwie ein total geniales Wochenende, obwohl man eigentlich erzählen müßte, dass es bis auf Freitag praktisch die ganze Zeit geregnet hatte und wir im Sandstein waren. Timing ist halt alles. ;)

Eines ist natürlich total blöd: Leider muß ich am Freitag für drei Wochen zum Klettern und Urlaub nach Norwegen (wirklich bedauernswert), denn sonst hätte ich Peter gefragt: Nochmal ins Elbi?

Querung aus!

Das war ein schönes Wochenende!

Wikipedia sagt: “Die Sonnenwenden sind die Zeitpunkte, in denen die scheinbare geozentrische ekliptkale Länge der Sonne 90° oder 270° beträgt.” Alles klar?? Ich würde sagen, die wirkliche  Sommersonnenwende findet feierlich jedes Jahr Ende Juni in Löbelün statt! Mit dabei viele tolle Klettermeter, jede Menge Sonne (dieses Jahr manchmal sogar zu wenig Schatten), viele Biere und Musik gepaart mit einer super Veranstaltungsplanung und tollen Freunden. Hört sich nach Spaß an, oder?

Wir sind mit Martin am frühen Freitagabend Richtung Halle gestartet und wurden bei unserem Tiefflug auf deutschen Autobahnen nur durch einen anfänglichen Stau im Stadtgebiet Hamburg eingebremst. Aber nicht derart, dass wir nicht noch vor der Dunkelheit etwas klettern konnten.

Für alle, die Löbejün nicht kennen, hier ein paar Stichworte. Nähe Halle an der Saale, Porphyrsteinbruch, Wände bis 40m, viel Leistenkletterei und an besagtem Wochenende Heimat der Sommersonnenwendfeier mit Spiel, Spaß und Musik von und für Kletterer.

Nach großem Begrüßungshallo (irgendwie waren “alle” da…), galt es noch ganz schnell eine Tour vor der Dunkelheit zu klettern. Da der Kletterführer vergessen wurde, gestaltete sich die Routenfindung als kommunikatives Highlight. Neben der sehr netten und umsorgender Einführung eines “Lokels”, wurde leider aber auch ausgiebig die Kletterregel #2? (das mit dem Ungefragt-tipps-geben BEIM klettern…) verletzt. Wir konnten die Route (Godswana, IV) aber trotzdem genießen und waren natürlich heimlich auch dankbar für die väterliche Fürsorge. Danach wurde sich dann aber den leiblichen Genüssen am Feuer und Grill gewidmet. Es wurde gegessen, getrunken und viel gelacht!

Der Samstag begann mit Sonne pur, einem tollen Frühstück und noch tolleren Klettereien. Während die emsigen Festivalorganisatoren die Bühne für den Abend aufbauen, begannen wir die ersten Routen des Tages anzugehen. So starteten wir mit einer VIc, die wir für eine V gehalten hatten. Name wird nachgereicht. Topo vergessen ist ja das eine, aber einen geliehenden dann nicht lesen können ist das andere… ;) . Auf jeden Fall wunderte ich mich irgendwo mittendrin, ob dem vermeintlichen Standard-5er hier im mittleren Osten. Trotzdem schöne Kletterei. Etwas weiter links daneben war die  Quantensprungschanze/VIIa, die uns gleich auf die kleinen Leisten hier einstimmen sollte. Leider war der begehrte Hangelmarathon/VIc immer besetzt (in der Wand durch min. eine Seilschaft und am Wandfuß ebenfalls durch min. eine anstehende Seilschaft). Daher wanden wir uns einem anderen Klassiker zu. [...]

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Nur eine kurze Notiz, die mir zufällig zuflatterte:

Am kommenden Sonntag gibs auf dem österreichischen Privatsender “ServusTV” eine Dokumentation über die Solokletterei von Alex Huber. Danke für den Tipp, Sebastian!

“Free Solo”
Sonntag, 30. Mai 2010, 22:00 Uhr, ServusTV

Ich persönlich finde aber die Sendung am Sonntag drauf (6.6.) auf “National Geographic” sehr viel interessanter, da ich den Hauptprotagonisten, Dean Potter, weitaus authentischer finde, als die bayrischen Gelbhelme. Die Doku von Potter zeigt ihn bei seiner “Base-Solo” Besteigung am Genferpfeiler in der Eigernordwand.

“Klettern am Limit”
6. Juni 2010, 18:25 Uhr, National Geographic

Ob es das selbe Material ist, was auch in “The Sharp End” (Wo is da eigentlich dann das scharfe Ende? ;) ) gezeigt wurde, weiß ich nicht, aber es sieht ganz danach aus. Wir werden es sehen. Hier schonmal ein Vorgeschmack:

Glotze aus!

In Vorbereitung für den Sommer gibt es nun für das im letzten Jahr neu entstandene Bouldergebiet “HommeBLOKK” im Setesdal/Norwegen das erste, offizielles Topo! Zu finde ist es, wie alles zum Setesdal, wie immer auf www.kletterninnorwegen.de. Beata hat mal wieder ihr gestalterische Talent bewiesen und eine wirklich schöne Topo gepixelt.

Nun warten wir alle gespannt auf den Sommer, um das eine oder andere “Problem” an dem extra rauen Granit der Hommeblökke, natürlich artig bemattet, bemützt und verspottet, in Angriff zu nehmen.

Jump, Patsch, aus!

Zur Zeit ziehe ich meinen Blog auf diese Domäne (klettern20.de) um.

Bitte den Baulärm und sonstige Unregelmäßigkeiten entschuldigen. :)

28.04.2010

NDM 2010 – Lead

Am Wochenende, genauer am 1. Mai, steht die “Offene Norddeutsche Sportklettermeisterschaft 2010″ im Hamburger DAV Kletterzentrum an. Das bedeutet, dass die neue Halle ab gestern (28.4.) bis zum Donnerstag dem 6.5. gesperrt ist.

Danach gib’s dann hoffentlich wieder jede Menge schöner und vorallem neuer Routen, denn von der neuen Halle wurde etwa die Hälfte der Routen rausgeschraubt. Außerdem steht danach die neue Außenwand an (bei dem Wetter sicher seeehr sinnvoll!), die mit ihren großen Überhängen und den Felskanten mit Sicherheit auch großen Potential für viele, schöne Routen bildet.

Ich werde auf jeden Fall ab Sonntag neue Routen schrauben, bis die Hände bluten. Hab’ da schon die eine oder andere Idee von den letzten Wochen am Fels mitgebracht… ;) Hier gibs noch die letzten Bilder und ein Video von der neuen Außenwand.

Offizielle Ausschreibung  für die NDM und die Anmeldung gib’s bei Ralf auf der Seite.

Kärchern aus!

26.04.2010

Sonnenfreuden

Mir kam der Winter in diesem Jahr unglaublich lange vor und er war äußerst sparsam mit sonnigen Tagen garniert. Umso mehr war das vergangene Wochenende etwa so, wie ein heißes Vollbad nach einer Woche Schneehöhlenbiwak in einer Nordwand – oder so ähnlich.

Wir sind am Samstagmorgen mit den besten Wetteraussichten des Jahres im Gepäck in Richtung den Klippen des Iths gestartet. “Wir” waren dieses Wochenende nur Isa und meine Wenigkeit. Da ich schon seit Jahren nicht mehr in Lüerdissen war (aus guten Gründen…) und Isa diese schönen Felsen noch nicht kannte, sind wir den Beweis angetreten, dass man am Wochenende in Lüerdissen eine ausgeprägte soziale-, sich nach engem Körper- und Seilkontakt sehnende, masochistische Seite haben muss, um entspannt klettern zu können. Kenner der Szene würden behaupten, dass auch und gerade im Jahr zehn nach Jahrtausendbeginn dieser Beweis völlig unnötig wäre, aber machmal will man ja unbelehrbares Kind sein.

Also standen wir kurz vor 10 Uhr abmarschbereit auf dem Parkplatz in Lüerdissen. Die Anzahl der Autos und Zelte war um diese Zeit noch überschaubar, sodass wir schnell zum Sprint zu Felsen Nummer 2 ansetzen. Das war auch nötig, denn etwa 10 Minuten nachdem wir die Nordwest-Wand des Zwillings “eingenommen” hatten, kamen schon jede Menge buntbehelmte Seilschaften, stellten aber enttäuscht fest, dass das angestrebte Ziel besetzt war – oder es lag an meinen Füßen… The early bird catches the worm! :) [...]

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Mein kleiner Exkurs ins technische Klettern am Wochenende brachte mich wieder darauf, dass ich noch die neue Version der Mutter aller Steigklemmen, die Petzl Ascension, vorstellen wollte.

Da ich normalerweise nicht mit Vorsatz technisch klettere, fragt sich der geneigte Leser und Freikletterer, was ich denn mit der Klemme will. Mein Haupteinsatz von der Steigklemme ist meist als universelle Hilfe beim Einrichten von Routen in der Halle. Mein Test der Klemme in der 5-Tage Bigwall steht also noch aus… ;)

Im letzen Jahr hat Petzl seiner bewährten Steigklemme, neu-deutsch “Ascender” ein paar Verbesserungen verpaßt und nun gibt es nicht mehr Blau und Gold in die Hände, sondern Silber und Schwarz. Natürlich ist die neue Farbgebung nicht die einzige Neuerung. Petzl schreibt darüber selber:

Petzl.com:

Recent improvements inlcude:
- the ASCENSION’s handle is now more comfortable
- the cam has been refined to increase the efficiency in which the ascender glides on the rope
- increase the durability of these devices

Genauer gesagt, ist die Ergonomie des Griffes verbessert worden, sodass die Hand in der ziehenden Abwärtsbewegung mehr Halt findet. Außerdem wurde die Klemmvorrichtung des Seils verbessert, sodass auch unter schmutzigen oder vereisten Umständen das Seil immer gut und leicht läuft. Dass insgesamt die Haltbarkeit verbessert wurde, muss man nun erstmal so glauben. Meine Petzl Ascension sieht auf jeden Fall bisher noch aus wie neu.

Die Verarbeitung und das Handling der Klemme ist super und sie läuft sehr leicht am Seil. An der Art der Mechanik zum Lösen der Klemme hat sich nichts geändert. Wie bei den alten Klassiker gibt es zwei Stellungen des Hebels, sodass entweder nur die Zähnchen weg vom Seil sind, um die Klemme am Seil runter zu führen oder um in der komplett offenen Stellung die Klemme ans oder vom Seil zu führen. Es steht noch Anfang Mai eine größere Menge an neu zu schraubenen Routen in der Halle an, sodass ich dort die Klemme nochmal intensiv testen werde.

Zum Einstimmen auf den echten Einsatz der Petzl Steigklemme, hier ein schöner Film:


Insgesamt gibt es für mich mit der neuen Klemme keine riesigen Überraschungen. Sie tut einfach genau das, was sie soll. Alles andere sollen die Techno-Spezis beurteilen.

Klemme aus!

19.04.2010

Geburtstagsklettern

Ich finde es immer toll, wenn man Dinge miteinander verbinden kann. Am vergangenen Wochenende konnten wir gleich zwei ganz besonders tolle Dinge miteinander verbinden – nämlich Klettern und Geburtstagfeiern. Da der Bericht der wunderbaren Geburtstagsfeier euch nur neidisch machen würde, beschränke ich mich auf das “bloggen” der Klettertatsachen.

Wir waren Samstag in Bisperode bei (ich werde es noch öfter erwähnen) perfektem Kletterwetter. Genauer waren wir “Isa die Grippe”, “Peter der Historiker”,  “Lukas der Mutige” sowie “Biene Hans” und “Gämse Jeannette”. Bei bestem Wetter (achja…) bezogen wir nach einer herrlichen Bärlauchwanderung Stellung am Friedenstein, bzw. an der Friedensteinwand. Es folgten viele Wege an beiden Wänden. Diese seien hier zum Zwecke der Dokumentation und gegen das Vergessen mit Kommentar aufgeführt: Kantorriss (Einstieg leichter, als er aussieht.), Märzweg (Schöne Querung.), Kathetenweg und Keilklein (Glaube ich…), Linke Doppelverschneidung (Bewertungsvorschlag: 4+ A1. Notiz: Nächstes Mal Leiter statt Schlinge nehmen.), Slabstick (Hart sechs am Dach!). Dann am Friedenstein Blow Up und Metastase (Beides irgendwie hart.), Kick Down (Gut gekämpft Lukas! 6+?), Diagonalweg (Mit Grippe nicht leichter.) und als dickes Ende die Vendetta (Hat man den Einstieg erstmal, wirds dann erst schwer…). Wieder einmal wurde bestätigt, dass die alten Wege in Bisperode durchaus solide hart bewertet sind. Insgesamt aber ein sehr, sehr schöner Kletter- und Wandertag der durch den halben Sonntag noch perfekt ergänzt werden sollte.

Zwar in geschrumpfter Besetzung, aber mit mehr Sonne fanden wir uns für ein paar sehr sonnige Stunden an der Parkplatzwand in Holzen ein. Meine anfängliche Skepsis ob des Sandstrandes in den Felsen wurde zwar nicht gänzlich widerlegt, aber die Kletterschwierigkeiten ergaben sich eindeutig durch andere Faktoren. Zum Beispiel durch das Tragen eines schwarzen Baumwoll-Shirts in der allerersten Route. Die Sonne überzeugte schnell, dass dieses abgelegt werden musste. Ja, es war warm!!!

Geklettert wurden schöne Routen, wie die Dusk my broom (Etwas sandig, aber schön.), Geile Meile (Sowas hab ich im ganzen Ith noch nie angefasst. Elbi läßt grüßen…), Holzen Premium (Schön, schön!), Henkelkante (Schnell übers Dach…) und den HW Oberarsch (Schöner Weg! Flash!). Insgesamt beeindrucke die Rotpunkt- und Flash-Dichte vom gesamten Team! :-) Schöne und vor allem entspannte Kletterstunden waren das, zumal die Völle des Parkplatzes anderes vermuten ließ.

Und dann erst abends das Geburtstagsbuffet… ok ok, ich hör’ auf!

Seil aus!

Da uns am vergangenen Wochenende der Osterhase sonnige Klettertage gebracht hat, habe ich die Chance gleich genutzt, um ein neues Set Klemmkeile von DMM auszuprobieren und zu testen.

Meine alten “Rocks” von Wild Country haben schon viele Jahre Fels gesehen und der Zahn der Zeit hat schon sehr an ihnen genagt. Hier im Produkttest sind sie mein persönlicher Benchmark, um vor allem mal zu sehen, ob ein Umstieg auf neue Keile lohnt.

Das Set Klemmkeile, welches ich für diesen Test verwende, besteht aus den “großen” Größen von 7 bis 11 und somit aus 5 Keilen. Als allererstes viel mir auf, dass sich die verschiedenen Größen der Keile an der Farbe der eloxierten Aluminiumkörper unterscheiden. Ob und wie lange die Farbe wohl halten mag, bleibt abzuwarten. Die Plastikummantelung der Drahtverbindung hingegen ist neutral schwarz und nur mit der Größennummer versehen. Da gilt es sich erstmal die neuen Farben einzuprägen, aber daran soll es ja nicht scheitern. Zusätzlich zu der Größenangabe ist die Bruchlast bei diesem Set für alle Größen identisch mit 12 kN angegeben. Bei meinen alten Keile von Wild Country fehlt diese Angabe – vielleicht auch besser so… Die modernen Wild Countries in den Größen sind aber auch für 12kN zertifiziert.

Die Verarbeitung der Wallnuts ist top – soweit man es äußerlich beurteilen kann. Die Drahtkabel sind etwas strammer und fester als bei meinen Wild Countries. Ob das am Altersunterschied liegt, weiß ich nicht, aber ich nehme es an.

Was neben der Farbe als zweites gleich positiv auffällt ist das Gewicht. Gleich als ich das Bündel Keile in der Hand hielt, dachte ich mir “Wow, sind die Dinger inzwischen leicht geworden!”. Auch der objektive Vergleich auf der Küchenwaage bestätigte mein Gefühl. Schon der große 10er Keil ist mit 55g im Vergleich zum alten Wild Country mit 70g ganze 15g leichter bei gleicher, effektiver Größe. Bei einem kompletten Rack Keile läppert sich das schon zusammen. Auch die modernen Wild Countries sind durchgehend etwas schwerer als die Klemmkeile von DMM, haben aber auch eine etwas länglichere Form und somit mehr Materialbedarf.

Der dritte, offensichtliche Unterschied zu meinen alten Rocks ist die Form der Keile. Die Fotos zeigen den 10er Keil beider Hersteller (und Alter) im Vergleich. Während die Klemmkeile von Wild Country, auch in der modernen Version, auf die klassische Keilform setzen, hat DMM den Keilen auf den beiden geschlossenen Seiten zwei längliche Mulden und am Ende der konvexen Seite eine kleine Nase spendiert.

Der praktische Test verlief problemlos, wenn auch recht eingeschränkt, da im Ith eher die kleinen Größen gefragt sind – zumindest in den Routen am letzten Wochenende. Aber was bisher von den DMMs zu berichten war, ist nur positiv. Neben dem angenehmen Gewicht war das Legen der Keile, auch unterstützt durch den etwas steiferen Draht, problemlos. Es machte den Eindruck, dass die leichten Mulden gerade bei den etwas unebenen und welligen Rissen im Ith-Kalk den Sitz des Keils positiv unterstützt. Wie sich das dann im norwegischen Granit verhält, werde ich zusammen mit einem Test der kleinen Größen, nachreichen, denn ich habe beschlossen auch noch einen Satz kleiner DMMs zu erwerben – auch wenn ich neue Farben lernen muss! Ach, Fotos gibts nicht vom Fels, weil ich keine “Fake-Placements” fotografieren wollte und bei den “echten” Keilstellen schaute immer nur ein Draht aus einem Riss, also wenig aussagekräftige Fotos.

Mein Fazit: Auch wenn ich nur ungern meine liebgewonnenen Rocks von Wild Country in Rente schicken möchte – es macht einfach Sinn. Die DMMs sind leichter, haben eine altersbedingt höhere Bruchlast und sind bisher beim Platzieren durch ihre besondere Form nur positiv in Erscheinung getreten. Wie das Handling langfristig sein wird, kann eben auch nur langfristig gesagt werden. Welch bestechende Logik. :)

Keile aus!


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